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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 39 von 108

 

Kreislauf aus Sozialromantik und Förderbürokratie. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Und wer zahlt das alles? - Die Wiener Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Die Eltern, die selbst kaum wissen, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen sollen, finanzieren über ihre Abgaben eine Sozialindustrie, die scheitern zur Daueraufgabe gemacht hat. Solange in den Schulen Dolmetscher gebraucht werden, solange Kinder nach Jahren in Österreich kein ausreichendes Deutsch sprechen, ist Ihre Art der Förderung hinausgeworfenes Geld.

 

Natürlich sollen Kinder, die Hilfe brauchen, Unterstützung bekommen, aber diese Hilfe muss zielgerichtet sein, nicht ideologisch motiviert und nicht uferlos. Wir müssen unsere eigenen Kinder, unsere eigenen Familien, jene, die sich anstrengen und unsere Werte leben, in den Mittelpunkt stellen, nicht jene, die Integration verweigern. Dieser Verein mag zwar gute Absichten haben, aber er ist Teil eines Systems, das auf falschen Prämissen beruht. Unsere Jugend braucht keine inhaltsleeren bunten Workshops. Sie braucht Chancen, und diese Chancen gibt es nur, wenn endlich Leistung und Verantwortung wieder Vorrang haben. Wir Freiheitlichen stehen dafür auf jeden Fall - klar, konsequent und ohne ideologische Scheuklappen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abg. Bakos zum Wort gemeldet.

 

12.55.15

GRin Mag. Dolores Bakos, BA (NEOS)|: Vielen Dank. - Sehr geehrter Herr Kollege Sauer! Ich meine, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, und das ist selten der Fall - also so verwirrt wie jetzt war ich schon lange nicht mehr, das möchte ich damit ausdrücken -, ob Sie den Akt erstens gelesen haben und, zweitens, ob Sie ihn nicht vertauscht haben.

 

Ich möchte jetzt noch einmal vorlesen, worum es bei diesem Poststück geht. Es geht um den Fokus auf präventive Maßnahmen zur psychischen Gesundheitsförderung von Jugendlichen, es geht um die Sensibilisierung für die Wechselwirkungen zwischen Mediennutzung und psychischem Wohlbefinden - natürlich für alle Kinder und Jugendliche. Es geht hier nicht um Integration, es geht hier um die Stärkung von Resilienz und - ich habe vorhin davon gesprochen - um Enttabuisierung und Entstigmatisierung von psychischen Problemen.

 

Sie könnten sich hier herausstellen und sagen: Wir wollen das nicht, es interessiert uns nicht, wie es unseren Kindern und Jugendlichen geht! - Stattdessen halten Sie eine Rede, die absolut unangebracht ist, weil sie eine vollkommene Themenverfehlung ist … (Beifall bei den NEOS.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Frau Kollegin, Sie haben sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. Sie können sich sonst noch einmal zu einem Redebeitrag zu Wort melden, aber ich glaube, es wurde jetzt schon berichtigt.

 

GRin Mag. Dolores Bakos, BA (fortsetzend): Ich bin schon am Ende. - Herzlichen Dank.

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste zum Wort gemeldet ist Frau Abg. Rezaei. Ich erteile es ihr.

 

12.56.00

GRin Mag. Alexandra Rezaei (SPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe ZuseherInnen, liebe KollegInnen hier im Gemeinderat!

 

Also manche Aussagen lassen mich wirklich fassungslos zurück. Ich verstehe nicht, wie man das Thema Mental Healthcare so ideologisch konnotieren kann und das eigentlich nur immer auf den Integrationsbereich und auf die Deutschkurse und auf den Deutscherwerb schiebt. Ich verstehe es nicht. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Sie haben offensichtlich den Akt tatsächlich nicht gelesen.

 

Wir haben in den vergangenen Jahren - und da muss ich jetzt meinen VorrednerInnen zur Gänze zustimmen - enorme Zuwächse von Krisen gesehen, sowohl bei den Kindern als auch bei den Jugendlichen. Psychische Erkrankungen gehören heute zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Österreich. Ich habe mir im Zuge der Vorbereitung für diesen Redebeitrag auch die aktuelle Datenlage angesehen. Derzeit sind rund 28 Prozent der Bevölkerung von Depressionen oder depressiven Symptomen betroffen. In einer Studie rund um die Mental Health Days geben 67 Prozent der Jugendlichen an, in den letzten zwei Wochen Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit empfunden zu haben. 27 Prozent der Jugendlichen haben daran gedacht, sich selbst auch Schaden zuzufügen.

 

Das sind meines Erachtens keine Randerscheinungen, das sind wirklich sehr alarmierende Warnsignale. Ich bin der Meinung, dass die Tage der psychischen Gesundheit absolut die Chance bieten, diese Warnsignale auch ernst zu nehmen - und zwar insofern ernst zu nehmen, dass wir einen Raum für Aufklärung und Prävention schaffen. Genau da setzt auch diese Förderung an. Wir investieren damit in eine Initiative, die die Menschen erreichen soll, bevor es zu spät ist.

 

Worum geht es dabei konkret? - Es wurde von meinen Vorrednern ohnedies schon erwähnt. Es geht um 125 Projekttage an den Wiener Sekundarschulen mit über 600 Workshops. Die Kinder und die Jugendlichen sollen dabei Strategien gegen Mobbing, Leistungsdruck und digitale Überlastung lernen. Es soll auch Raum geboten werden, um schwierige Themen anzusprechen, wie Depressionen, Suizidprävention und Resilienz. Das alles wird auf evidenzbasierter Basis vermittelt. Evidenzbasiertes Wissen wird verwendet zu psychischer Gesundheit und auch zu Verhaltens- und Krisenbewältigungsstrategien.

 

Flankierend dazu wird es auch Workshops für die PädagogInnen geben, auch das finde ich super, und dazu kommen auch noch die Angebote für die Eltern. Es ist also auch ein ganz wichtiges Instrument, die Eltern hier mit ins Boot zu nehmen, insbesondere wenn es um die emotionale Begleitung der Jugendlichen geht, aber auch in Bezug auf die Rolle der Eltern bei der Entwicklung von sozialen Kompetenzen. Wichtig ist natürlich auch, dass die Eltern wissen, wo sie Hilfsangebote in

 

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