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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 59 von 108

 

Ein lang erwartetes und erhofftes Projekt wird endlich Realität: die Umgestaltung der Landstraße Hauptstraße. Seit vielen Jahren wird dort über eine Verkehrsberuhigung und eine Fahrradinfrastruktur diskutiert, und heute können wir endlich sagen, sie wird umgesetzt. Mit neuen Radwegen und Begegnungszonen wird diese wichtige Einkaufsstraße eine echte Lebensader des Bezirks, künftig auch für jene attraktiv, die mit dem Fahrrad kommen - und das sind längst sehr, sehr viele. Gleichzeitig werden zahlreiche Schulen sowie das Vienna BioCenter sicher an das bestehende Radwegenetz angebunden. Das ist ein großer Schritt für die Verkehrssicherheit, für den Klimaschutz und für die Lebensqualität im 3. Bezirk.

 

Ein zentraler Baustein für die Planung war ein Bürgerbeteiligungsprozess der Lokalen Agenda 21 gemeinsam mit der Gebietsbetreuung Stadterneuerung, bei dem Tausende BezirksbewohnerInnen und Landstraßer Kaufleute ihre Ideen eingebracht haben. Die Wünsche waren, wie meist bei solchen Beteiligungsprozessen, ganz klar und eindeutig: Verkehrsberuhigung, sichere Radverbindungen, mehr Begrünung und kühlende Maßnahmen, mehr Platz zum Zu-Fuß-Gehen, attraktive Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten, Vorrang für klimafreundliche Mobilität, also einfach ein öffentlicher Raum, der einlädt und nicht stresst. Diese Anliegen wurden dann im Vorjahr in einem Leitbild gebündelt, und genau dieses Leitbild bildet nun den Rahmen für die tatsächliche Neugestaltung.

 

Der erste Beschluss dieses Projekts ist der heutige für einen Radweg, einen beidseitigen Ein-Richtungs-Radweg zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse, 700 Meter lang, baulich getrennt und sicher. Baubeginn ist im Frühjahr nächsten Jahres, im Frühjahr 2026. Dazu kommen natürlich, wie üblich bei solchen Radwegeprojekten, auch neue Bäume, deren 28, zusätzlich zu den 69 bestehenden, neue Grünflächen, neue Hochstammsträucher. Und die Bäume werden auch mit einer automatischen Bewässerung versehen, damit sie vor allem als junge Bäumchen die Hitzeperiode besser überstehen. Noch dazu gibt es wieder neue Sitzgelegenheiten für mehr Aufenthaltsqualität - Bänke, Sitzmöbel, Tische - und 100 neue Radbügel. Gerade auf einer Einkaufsstraße sind die natürlich besonders wichtig, um geschwind einmal in ein Geschäft hüpfen und das Fahrrad direkt in der Nähe abstellen zu können.

 

Auch zwischen Schlachthausgasse und Rennweg entsteht in Zusammenhang mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 ein Zwei-Richtungs-Radweg. Auch hier kommen neue Bäume dazu, die für Kühlung und Schatten sorgen.

 

Und ganz wichtig: Auch der innere Teil der Landstraße Hauptstraße wird natürlich umgestaltet - zunächst mit zwei Begegnungszonen, einerseits rund um den Rochusmarkt und andererseits zwischen Barichgasse und Juchgasse. Die Begegnungszonen sollen auch hier mit Bäumen, Sträuchern, Sitzgelegenheiten, Wasserelementen, Verkehrsberuhigung einen attraktiven öffentlichen Raum schaffen und so zu echten Aufenthaltsräumen im öffentlichen Raum im Freien werden.

 

An die Adresse der GRÜNEN gerichtet, weil ich vermute, dass sie kein gutes Haar an diesem Projekt lassen werden: Ja, das Projekt wird abschnittsweise umgesetzt, wie das bei solchen großen und langen Straßen üblich ist. Man macht das nicht alles auf einmal. Wichtig ist, es passiert endlich was, wir gehen es an. Der heutige Beschluss ist ja der Beweis dafür, dass wir hier was machen wollen. Jahrzehntelang ist hier, auch unter GRÜNEN Planungsstadträten, nämlich nichts passiert. Und der große Unterschied ist jetzt, wir machen was. - Danke schön. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet: GR Kilian Stark. Ich erteile es ihm.

 

Kollege Kilian Stark ist nicht anwesend. Daher verwirkt er die Wortmeldung. Zu Wort gemeldet: GR Stumpf. - Bitte. (Zwischenruf bei der FPÖ.) - Ja, für mich auch Kollege. Tut mir leid, aber wenn der Vorredner nicht da ist, ist es so. - Bitte.

 

15.14.43

GR Michael Stumpf, BA (FPÖ)|: Kein Problem. - Sehr geehrter Herr Vorsitzender, geschätzte Berichterstatterin, meine geschätzten Damen und Herren!

 

Ja, Landstraße Hauptstraße, ein viel diskutiertes Thema im Bezirk, der Marcus Schober schaut mich an und weiß es. Es war immer ein Thema: Wie kann man das einerseits so gestalten, dass möglichst alle glücklich sind? - Die Eier legende Wollmilchsau ist in dem Bereich noch immer nicht erfunden worden. Aber hier wandelt man in diesem Projekt auf den Spuren der GRÜNEN, die niemals dieses Bestreben gehabt haben, die Eier legende Wollmilchsau zu erfinden, sondern einfach nur Klientelpolitik verfolgt haben.

 

Was meine ich damit? - Die Landstraße Hauptstraße ist, so wie es der Name auch sagt, eine Hauptstraße. Das heißt, wir haben entsprechend Durchzugsverkehr. Statistisch gesehen wird das auf 20 Prozent geschätzt, was für so eine wichtige Verbindungsstraße im Verhältnis mit anderen gesehen gar nicht so hoch ist, 20 Prozent sind ganz okay. Wenn aber diese Adaptierungsmaßnahmen kommen, die wieder einmal sündteuer und nicht durchdacht sind, dann wird es natürlich Umleitungen geben müssen - Umleitungen in die daneben liegenden Gassen, wie die Baumgasse, die Erdbergstraße, die Ungargasse, wo sich eben der Verkehr dann hinverlagert. Und das alles, obwohl man ja das große Kredo der Verkehrsberuhigung ausgerufen hat. Das ist das Gegenteil von Verkehrsberuhigung. Es belastet dann nur die umliegenden Bewohner, der Autoverkehr wird ja dadurch auch nicht weniger.

 

Und was wir auch bereits aus der Stadtentwicklungskommission, hier aus dem Hause, wissen, ist, dass dieses teure Prestigeprojekt 36 Stellplätze vernichten wird, ja. Also 36 Parkplätze weniger in einem wichtigen Straßenabschnitt, wo Parkplätze sowieso schon seit vielen, vielen Jahren Mangelware sind und wo auch die Geschäftetreibenden sagen: Bitte, bitte, wir empfinden das als existenzgefährdend. Und sie haben auch recht. Ein Blick dorthin genügt. Die Geschäftetreibenden, die dort noch die Stellung halten, sagen, ihre Hauptkundschaft ist eben jene Personengruppe, die mit dem Auto anreist, die nicht Minieinkäufe macht, so wie die GRÜNEN das viel

 

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