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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 60 von 108

 

leicht in manchen Bobobezirken, wo sie ihre Dachterrassenwohnungen haben, machen, wenn sie einmal hinuntergehen, sich ein Sojapackerl kaufen und dann wieder verschwinden, sondern das sind Leute, die gleich ihren Wocheneinkauf für ihre Familie machen. Die kommen mit dem Auto und fahren auch gleich wieder weiter. Das heißt, das ist ein rollendes, ein mobiles Geschäft, in dem wegen dieser Umgestaltung viele wirtschaftliche Existenzen aufs Spiel gesetzt werden.

 

Aber das "Beste" - unter Anführungszeichen, weil es ja gar nicht gut ist, sondern, ganz im Gegenteil, schlimm - ist natürlich der spürbare Parkplatzverlust für die Besucher des neuen Ärztezentrums, nämlich in unmittelbarer Nähe des Herz-Jesu Krankenhauses. Wer geht denn normalerweise zu diesen Einrichtungen? - Das sind Menschen, die ärztliche Hilfe brauchen, das sind Menschen die Therapie brauchen, das sind pflegebedürftige, ältere, gebrechlichere Leute. Die kommen nicht mit dem Lastenrad dahin. Die brauchen das Auto, ja, die brauchen das Auto. Und deswegen sind sie keine schlechten Menschen, aber schlecht sind jene, die ihre Politik des Drüberfahrens bis zur Perfektion betreiben. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Der Parkplatzdruck steigt gerade in diesem Abschnitt seit Jahren immer mehr. Der Verkehrskollaps ist mit dieser Maßnahme vorprogrammiert. In Zeiten einer budgetären Notsituation ist es auch ökologisch gesehen ein irrwitziges Projekt.

 

Und übrigens zur viel zitierten Studie, die eine Vorrednerin genannt hat, in der sich alle dafür ausgesprochen haben: Schauen Sie es sich einmal an. Es gab einmal eine interessante Anfrage dazu, weil wir wissen wollten: Kann man die Teilnehmer dieser Onlinestudie, bei der sie ihre Meinung äußern können, irgendwie räumlich eingrenzen? Uns interessiert besonders, in welchem Viertel sie im 3. Bezirk wohnen. Sind sie unmittelbar Betroffene oder nicht? - Meine Damen und Herren, ein Großteil kam vom Boku-IP-Server, also von der Universität für Bodenkultur. So viel dazu, dass das wirklich die Meinung der Landstraßerinnen und Landstraßer abbildet. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet: GRin Ing. Rompolt. Ich erteile es ihr.

 

15.19.30

GRin Ing. Astrid Rompolt, MA (SPÖ)|: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Berichterstatterin!

 

Zur Landstraße Hauptstraße ist, finde ich, vor allem zu betonen, dass es ein Beteiligungsprojekt ist. Es ist sehr lange durchgezogen worden. Es waren 7 000 Landstraßerinnen und Landstraßer beteiligt. Das finde ich besonders wertvoll.

 

Und um gleich auch auf den Herrn Stumpf zu antworten - wo ist er? (GR Michael Stumpf, BA winkt.) Auch die Geschäftstreibenden waren eingebunden, genauso wie die Bevölkerung - und dementsprechend wurde natürlich geschaut, dass auf deren Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Das ist, denke ich, das Wertvolle an diesem Projekt.

 

Meine Vorrednerin, die Kollegin Pipal-Leixner, hat es schon erwähnt, ich will es aber noch einmal widerholen. Die wichtigsten Wünsche betrafen die Verkehrsberuhigung, die sichere Radverbindung, die Begrünung und die Abkühlung. Und das Tolle ist, dass genau diese Dinge erreicht werden - und alles zusammen führt zu einer Attraktivierung der Landstraßer Hauptstraße.

 

Diese 700 Meter, die hier angegriffen werden, sind der erste Schritt. Ja, es geht weiter. Da ist aber wichtig, dass das gut aufeinander abgestimmt wird. Wir gehen schon davon aus, dass diese 700 Meter dann insgesamt auch schon auf die Landstraßer Hauptstraße ausstrahlen werden, bevor die anderen Abschnitte umgesetzt werden. Und das ist auch gut so.

 

Ich kann Ihnen auch zu der Kritik, die es im Vorfeld gegeben hat, sagen: Auch die Praterstraße ist nicht in einem umgesetzt worden. Auch bei der Praterstraße gab es mehrere Abschnitte. Sogar während der Bauzeit haben die Geschäftstreibenden und die Bevölkerung gesagt: Es ist jetzt schon viel besser, am liebsten wäre es uns, es würde überhaupt so bleiben! - Da ist nämlich zeitweise wirklich fast gar nichts gegangen (Zwischenruf bei der FPÖ), ja, weil es nur mehr eine Spur gab.

 

In dem Fall wird es aber so sein, dass keine Spuren weggenommen werden, sondern es wird in jeder Richtung einen Ein-Richtungs-Radweg geben, es wird mehr Bäume geben, es wird mehr Schatten geben, und insgesamt wird der Aufenthalt in dieser Geschäftsstraße viel besser. Und wir wissen, wenn der Aufenthalt angenehmer ist, dann ist das auch gut für die Geschäftstreibenden, weil dann die Kundinnen und Kunden kommen und sich dort viel wohler fühlen.

 

Ich möchte noch einmal betonen, dass hier wirklich sehr viel Herzblut hineingeflossen ist, nicht nur von den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch von den Bezirkspolitikerinnen und von den Bezirkspolitikern. Und ich möchte mich an dieser Stelle beim Bezirksvorsteher Hohenberger und auch bei der GRin Patricia Anderle bedanken, die sich hier schon im Vorfeld sehr stark und wirklich jahrelang eingebracht hat.

 

Die Baustelle wird eine Herausforderung - das gestehen wir ein, das ist keine Frage -, unter anderem auch, weil die ÖBB-Stammstrecke saniert werden muss, die auch noch zusätzliche Erschwernisse bringt. Aber gemeinsam werden wir das durchstehen. Wir freuen uns auf eine ganz tolle, verbesserte, erneuerte und kühlere Landstraßer Hauptstraße danach. - Danke. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Kollegen Stumpf hat sich Kollege Arsenovic gemeldet. - Bitte schön.

 

15.22.51

GR Johann Arsenovic (GRÜNE)|: Herr Vorsitzender, danke!

 

Ja, Herr Kollege, ich berichtige tatsächlich. Du hast gesagt, dass die Unternehmer auf der Landstraßer Hauptstraße und am Rochusmarkt sehr unzufrieden sind.

 

Ich berichtige tatsächlich: Ich habe in den letzten zwei Jahre alle Unternehmen dort vier Mal besucht - alle. Ich kann dir sagen, dass 84 Prozent diese Maßnahme

 

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