Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 71 von 108
rungsmaßnahmen betroffen. In folgenden Bereichen kommt es daher zu keiner Minderleistung: Psychosoziale Betreuung, ambulante und tagesklinische Behandlung, Streetwork und Mobile Soziale Arbeit, Substitution, Schadensminderung, Krisenintervention, Digitalisierung.
Lediglich im Bereich der Prävention gibt es eine Leistungseinschränkung von 10 Prozent. Nur ein Projekt wird gänzlich beendet, da dessen Ausgaben von den multiprofessionellen Teams an Wiener Schulen zur psychosozialen Unterstützung bereits vor einem Jahr übernommen worden sind.
Zur Frage 1.5: Im Hinblick auf die gesamtstaatliche finanzielle Situation ist auch die Stadt Wien dazu aufgerufen, einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung zu leisten. Ziel ist es jedenfalls, die Versorgung und Betreuung suchtkranker Menschen auch unter veränderten Rahmenbedingungen nachhaltig zu sichern. Die Konsolidierungsmaßnahmen erfolgen nach drei Prämissen, die von den verantwortlichen Experten der Sucht- und Drogenkoordination Wien ausgearbeitet und transparent kommuniziert wurden.
Erstens - Versorgungssicherheit. Die Behandlung von Menschen mit einer Suchterkrankung hat oberste Priorität. Der kontinuierliche Betrieb zentraler Behandlungs- und Unterstützungsangebote wird gesichert. Dies umfasst insbesondere die medizinische, psychologische und sozialarbeiterische Betreuung in ambulanter, tagesklinischer und stationärer Form. Keine Maßnahme darf zu Versorgungslücken führen, die den Zugang zur Behandlung, Substitution oder Krisenintervention gefährden würden.
Zweitens - Soziale Verantwortung: Einsparungen erfolgen nach dem Prinzip der größtmöglichen sozialen Fairness. Sie werden dort umgesetzt, wo die Auswirkungen auf Patienten, Mitarbeiter sowie die Bevölkerung am geringsten sind. Dabei gilt: Die Qualität der Betreuung, der Schutz vulnerabler Gruppen und die Handlungsfähigkeit des Gesamtsystems stehen im Vordergrund. Sozial verträgliche Anpassungen und interne Umstrukturierungen werden strukturellen Kürzungen vorgezogen.
Drittens - Zukunftsfähigkeit der Strukturen: Angesichts steigender psychosozialer Belastungen, der Teuerung und gesellschaftlicher Krisen ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Behandlung und Unterstützung steigt. Deshalb werden insbesondere niedrigschwellige und lebensnahe Angebote auch im öffentlichen Raum erhalten, da sie eine entscheidende Schnittstelle zwischen akuter Hilfe, Behandlung und Stabilisierung bilden.
Zur Frage 1.6: Dies erfolgt, indem es die strategische Steuerung des genannten Bereiches weiterhin gibt. Zudem werden unterschiedliche Angebote zur Betreuung in arbeitsmarktpolitischen und sozialintegrativen Maßnahmen in Kooperation mit dem AMS Wien finanziert. Das AMS finanziert die Wiener Berufsbörse vollständig. Sohin ist auch zukünftig die Betreuung von jährlich rund 500 suchtkranken Klienten gesichert. Strukturierte Angebote wie "Fix und Fertig" und "gabarage" bleiben bestehen und werden aus Mitteln der Stadt Wien und dem AMS Wien finanziert. Für instabilere Klienten stehen - ebenfalls aus Mitteln der Stadt Wien finanziert - zwölfmonatige behandlungsorientierte Leistungspakete zur Verfügung.
Zur Frage 1.7: Die Budgetsituation führt einerseits zur Notwendigkeit von Einsparungen, während andererseits Leistungen und Angebote für Kunden mit Behinderung erhalten und für einzelne Zielgruppen erweitert werden. So ist auch für 2026 geplant, dass der Fonds Soziales Wien in die Bereiche Berufsqualifizierungsmaßnahmen, Lehre und Teilqualifizierung investieren wird, wobei Angebote, die vorranging in die Zuständigkeit des AMS fallen, nicht weiter durch den Fonds Soziales Wien kompensiert werden können.
Laut Auskunft des Fonds Soziales Wien werden Förderungen bei zwei freiwilligen Angeboten - das sind solche ohne Rechtsanspruch nach dem Chancengleichheitsgesetz Wien - eingestellt. Dies betrifft das Angebot der Berufsintegration P.I.L.O.T. des Vereins "Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen - Integration Wien" sowie das Angebot der Berufsqualifizierung "KOMM Cafés & Minimärkte" der "Pro mente Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit".
Zu der von Ihnen angesprochenen "Inklusionsstrategie 2023" wurde seitens des Fonds Soziales Wien darauf hingewiesen, dass dieses wording nicht bekannt ist und damit wohl die Strategie "Inklusives Wien 2030" gemeint ist. Im Rahmen von "Inklusives Wien 2030" gibt es verschiedene Maßnahmen, die seitens des Fonds Soziales Wien unter Berücksichtigung der budgetären Lage schrittweise bis 2030 umgesetzt werden, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu begünstigen.
Eine dieser Maßnahmen betrifft den MentorInnenzuschuss des Fonds Soziales Wien. Der Fonds Soziales Wien fördert seit vielen Jahren die Beratung und Unterstützung bei der Arbeitsmarktinklusion von Menschen mit Behinderung durch den Integrationsfachdienst "Jobwärts" von Jugend am Werk und einen Lohnkostenzuschuss bei der Aufnahme von Menschen mit Behinderung in Unternehmen. Dieses Projekt findet weiter statt.
Zur Frage 1.8: Wie mir mitgeteilt wurde, fanden bereits ab Frühjahr erste Gespräche mit Fördernehmern und der Sucht- und Drogenkoordination statt. Im September wurden diese schriftlich von anstehenden finanziellen Veränderungen informiert. Im Oktober wurden die Details der Förderhöhen im direkten Austausch mit den Geschäftsführungen besprochen. Dass diese laufenden Gespräche nicht öffentlich geführt werden, entspricht der üblichen Praxis zwischen Fördergebern und Trägern.
Der Fonds Soziales Wien hat im Zuge der Einsparungsmaßnahmen ein wesentliches Augenmerk darauf gelegt, dass die gesetzten Maßnahmen ausgewogen und im Sinne der Bedarfe der Kunden gesetzt werden. Zentrales Anliegen ist es, die Unterstützung der Zielgruppen des FSW weiterhin sicherzustellen.
Der Fonds Soziales Wien war dazu mit betroffenen Partnerorganisationen auf verschiedenen Ebenen im Austausch. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen, im Rahmen von Jour fixe-Terminen mit Geschäftsführern der Organisationen oder in Sitzungen mit der Interessenvertretung
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular