Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 72 von 108
der Menschen mit Behinderung finden laufend Gespräche statt. Dem Fonds Soziales Wien war und ist es wichtig, die Organisationen miteinzubeziehen und ihre Expertise einzuholen. Ziel ist es, konstruktive, lösungsorientierte Vorschläge gemeinsam zu erarbeiten, Leistungen zu erhalten und diese noch treffsicherer zu gestalten.
Zu den Fragen 2.1 bis 2.4: Die budgetären Mittel des Fonds Soziales Wien setzen sich neben der Dotation der Stadt Wien auch aus Mitteln des Bundes, Zweit- und Drittmitteln wie zum Beispiel Erlösen aus Kostenersätzen der Kunden beziehungsweise auch eigenen Mitteln zusammen. Die Dotation der Stadt Wien für den Fonds Soziales Wien wird im Rahmen der Voranschlagssitzung des Gemeinderates im Dezember beschlossen.
Im Budgetvoranschlag für 2026 weist die Dotation des Fonds Soziales Wien ein leichtes Plus im Vergleich zu 2025 aus. Damit wird der Fonds Soziales Wien auch künftig ein verlässlicher Partner für die Menschen sein, die Unterstützung brauchen, und für die Organisationen, die diese Leistungen erbringen. Gleichzeitig trägt auch der Fonds Soziales Wien, wie alle Bereiche der Stadt, seinen Teil dazu bei, dass die finanzielle Stabilität der Stadt gewährleistet bleibt.
Zahlreiche Projekte des Fonds Soziales Wien können 2026 trotz der allgemein budgetär angespannten Lage fortgesetzt werden. Dazu zählen etwa die Ausbildungsoffensive "Pflege Zukunft Wien", das FSW-Winterpaket mit seinen rund 1 000 zusätzlichen Notquartierplätzen, ein Ausbau der FSW-Tageszentren für Senioren sowie ein Ausbau im Bereich Wohnen für Menschen mit Behinderung. Selbstverständlich werden gesetzlich verankerte Leistungen des Fonds Soziales Wien im Sinne der sozialen Sicherheit für die Wienerinnen und Wiener fortgeführt.
Ich komme nun kurz zu den angesprochenen Projekten.
Pflege und Betreuung - Ausbildungsoffensive "Pflege Zukunft Wien": Vor dem Hintergrund des Personalbedarfs in der Pflege und Betreuung haben sich Fonds Soziales Wien, Hochschule Campus Wien und der Wiener Gesundheitsverbund zur "Pflege Zukunft Wien"-Ausbildungsoffensive zusammengeschlossen. Bis 2030 wird die Stadt Wien mehr als 16 000 Pflegekräfte ausbilden. Mit der Ausbildungsoffensive werden auch in den kommenden Jahren Pflegekräfte auf höchstem Niveau ausgebildet.
Pflege und Betreuung - Ausbau der Tageszentren für Senioren: Die 18 Wiener Tageszentren für Senioren verbessern deren Lebensqualität und ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung. Gleichzeitig werden die Angehörigen entlastet. Aktuell laufen die Vorbereitungen für ein neues FSW-Tageszentrum in der Muthgasse im 19. Bezirk. Ab 2027 stehen dort neue Plätze für 40 Seniorinnen und Senioren zusätzlich zur Verfügung.
Zur Wiener Wohnungslosenhilfe und dem FSW-Winterpaket: Das Winterpaket ist seit über 15 Jahren eine humanitäre Notmaßnahme mit dem Ziel, dass niemand auf Grund eines fehlenden Schlafplatzes in Wien auf der Straße nächtigen muss und damit sein Leben gefährdet. Für den Zeitraum von Ende Oktober bis Ende April gibt es rund 1 000 Plätze in Notquartieren im 24-Stunden-Betrieb. Die Angebote des Winterpakets stehen zusätzlich zum ganzjährig verfügbaren Regelangebot der Wiener Wohnungslosenhilfe zur Verfügung. In keiner anderen europäischen Millionenstadt gibt es ein vergleichbares Angebot.
Zur Wiener Wohnungslosenhilfe - Mobil betreutes Wohnen: Der Housing First-Ansatz ist die nachhaltigste Lösung zur Bekämpfung von Obdach- und Wohnungslosigkeit. Auf Grund der klaren Haltung der Stadt zu Leistungen nach dem Housing First-Ansatz ist für das Jahr 2026 ein Ausbau dieser Leistungen geplant, um die Verfestigung und Vererbung von Wohnungslosigkeit zu verhindern. Wohnraum wird gesichert, und langfristig teure Folgekosten für die Stadt Wien können dadurch reduziert werden.
Zum Thema Wohnen für Menschen mit Behinderung: 2025 hat der Fonds Soziales Wien in Garçonnièren-Verbünden - also Wohnmodellen, die das selbstbestimmte Leben für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermöglichen - 39 zusätzliche Plätze eröffnet. Auch im Jahr 2026 baut der FSW diesen Bereich mit der Eröffnung zweier Standorte um 30 Plätze aus. Hauptzielgruppe sind Menschen mit psychischer Erkrankung. Dieses Konzept des teilbetreuten Wohnens folgt der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen und ermöglicht ein inklusives Leben.
Im Bereich der Wiener Flüchtlingshilfe reduziert der Fonds Soziales Wien sein Angebot für Integrationsmaßnahmen und konzentriert sich in Zukunft verstärkt auf seine Kernleistungen im Flüchtlingsbereich. Viele Jahre haben die Stadt Wien und der FSW dort kompensiert, wo der Bund und andere Bundesländer ausgelassen haben. Der Österreichisch Integrationsfonds ist vom Bund beauftragt, in ausreichender Form österreichweit Deutschkurse für geflüchtete Menschen anzubieten und damit Integration ab Tag eins zu bieten.
Zur Frage 2.5: Selbstverständlich ist mit dem effizienten Einsatz von Geldmitteln gemäß der Satzung des Fonds Soziales Wien dafür gesorgt, dass Leistungen auch in Zukunft qualitätsvoll gefördert werden können. Wie bereits in der Vergangenheit ist es auch für die zukünftigen Budgetgestaltungen erforderlich, die Bedarfe, die Zielgruppen, die Ressourcen sowie externe Einflussfaktoren zu antizipieren und daraus Maßnahmen zu erarbeiten. Die Treffsicherheit und Wirksamkeit der Leistungen und Förderungen stehen dabei im Mittelpunkt.
Zur Frage 3.1: Im Budget 2026 sind für die Finanzierung der Ordensspitäler um rund 7 Prozent mehr Mittel vorgesehen als 2025. Daraus eine Gefährdung der bewährten Zusammenarbeit der Stadt Wien mit den Ordensspitälern abzuleiten, ist nicht nachvollziehbar. Aber natürlich sind auch die Ordensspitäler so wie alle anderen Organisationen im Sozial- und Gesundheitsbereich aufgefordert, ihren Beitrag zur Konsolidierung des Budgets zu leisten.
Die Vertreter der Ordensspitäler sind auch an Mitglieder der Stadtregierung mit der Bitte um ein Gespräch zur Fördervereinbarung 2026 herangetreten. Dem
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