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Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 7 von 62

 

Wie erklären Sie sich oder woran liegt es, dass LehrerInnen drei Monate nach Schulbeginn noch immer das falsche Gehalt von der Bildungsdirektion ausgezahlt bekommen, obwohl sie quasi anders arbeiten?

 

Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.

 

Lhptm-Stv. Christoph Wiederkehr, MA: Ja, ich bin der gleichen Auffassung, dass auch der Lehrberuf attraktiviert gehört. Darum haben wir da in letzter Zeit ganz viele Maßnahmen gesetzt. Ich möchte erinnern an das Jobticket, ein kostenloses Öffi-Ticket für alle Pflichtschullehrkräfte. Ich möchte daran erinnern, dass Klassenausflüge kostenlos geworden sind - eine massive Entlastung auch für Lehrpersonen. Ich möchte daran erinnern, dass es eine Digitalisierungsoffensive auch mit Endgeräten für Lehrpersonen gab, dass mit den Wiener Bildungschancen zusätzliches Geld für die Schulen zur Verfügung steht, dass die administrative Unterstützung ausgebaut worden ist und auch jetzt zusätzlich multiprofessionelle Teams an die Schulen kommen werden. Also wir machen in Wien sehr viel, um die Arbeitsbedingungen und die Unterstützung für die Schulen weiter zu verbessern.

 

Was den von Ihnen angesprochenen Bereich, nämlich die Einstufung von Lehrpersonen, betrifft, so ist insbesondere bei jenen, die quer einsteigen, die Berechnungsmethode, wie Vordienstzeiten errechnet und erhoben werden, tatsächlich sehr komplex. Ich kann offen sagen, mir geht das auch zu langsam. Es gibt hier zusätzliche Anstrengungen in der Bildungsdirektion, auch mit zusätzlichem Personal des Landes Wien, um die Verfahren schneller abzuwickeln, um auf die tatsächliche Gehaltseinstufung zu kommen. Hier gibt es Verzögerungen insbesondere bei Bundeslehrern, aber auch bei Landeslehrern. Die Zurverfügungstellung von neuem Personal wird aus meiner Sicht diesen Bereich verbessern, aber auch da muss man sich gesetzlich und insbesondere auf Ebene der Abwicklung durch das Bildungsministerium überlegen, ob man diese Verfahren nicht noch vereinfachen und beschleunigen kann.

 

Präsident Ernst Woller: Danke. Die 2. Zusatzfrage wird von Herrn Abg. Zierfuß gestellt. Ich erteile ihm das Wort.

 

9.30.15

Abg. Harald Zierfuß (ÖVP): Sehr geehrter Herr Stadtrat! Vielen Dank für die Beantwortung und auch vielen Dank für die Beantwortung einer sehr umfassenden Anfrage von uns zu dieser Thematik. Eine Sache, die offen geblieben ist, die Sie in der Vergangenheit aber sehr wohl beantwortet haben, war die Frage nach dem Wohnsitz der Lehrerinnen und Lehrer, die bei uns in Pflichtschulen arbeiten. In der Vergangenheit war es ja so, dass in etwa ein Viertel der Lehrerinnen und Lehrer täglich einpendelt, weil sie in Niederösterreich oder im Burgenland wohnen. Man hat es dann historisch abgefragt, das ist scheinbar nicht möglich.

 

Aber im Zusammenhang auch mit den Maßnahmen, die Sie gesetzt haben und die Sie uns hier nennen - Schulsekretariat einstellen, was ja auch vom Bund angeleiert worden ist, oder zum anderen das Jobticket, das den Pendlerinnen und Pendlern überhaupt nicht zu Gute kommt -, interessiert uns natürlich brennend, ob hier der Anteil gesunken ist, weil Lehrerinnen und Lehrer, die aus Niederösterreich oder aus dem Burgenland kommen, abgewandert sind. Also können Sie uns sagen, wie das aktuell ist, wie viele ihren Wohnsitz nicht in Wien haben?

 

Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.

 

Lhptm-Stv. Christoph Wiederkehr, MA: Die genauen Zahlen kann ich nicht nennen. Ich kann mich aber natürlich erkundigen, ob diese Zahlen in dieser Auflistung überhaupt so erhoben werden und zur Verfügung gestellt werden können. Ich erkundige mich immer wieder, ob es vermehrt Austritte auf Grund von Abwerbungen aus anderen Bundesländern gibt. Hier nehme ich nicht wahr, dass das in letzter Zeit zugenommen hat. Ich verstehe aber selbstverständlich, wenn jemand in Niederösterreich aufgewachsen ist, dort auch lebt, früher dort keinen Job bekommen hat - weil es keinen Lehrkräftemangel, sondern das Gegenteil gegeben hat - und jetzt einen Job in der Heimatgemeinde bekommt, dass diese Person den Job auch annimmt. Das finde ich jetzt nicht besonders überraschend.

 

Ich halte die ganze Diskussion über die Mobilität der Lehrkräfte für eine ein bisschen unnötige Diskussion, weil Personen auch dort leben und arbeiten sollen, wo sie wollen. Wir brauchen Österreich-weit ausreichend ausgebildete Lehrkräfte, damit es in ganz Österreich keinen Mangel gibt. Sich gegenseitig die Leute abzuwerben, wie es manche Bundesländer auch schon versucht haben, ist bundesstaatlich gesehen ein Wahnsinn und sicher nicht zielführend.

 

Präsident Ernst Woller: Danke. Die 3. Zusatzfrage wird von Abg. Krauss gestellt. Ich erteile ihm das Wort.

 

9.32.38

Abg. Maximilian Krauss, MA (FPÖ): Guten Morgen, Herr Landeshauptmann-Stellvertreter! Wir haben heute ja noch intensive Diskussionen auch zu Ihrem Ressort vor uns, aber vorweg meine Frage: Wie viele Personen unterrichten derzeit mit einem Sondervertrag an Wiens Schulen, ohne dass sie ihr Studium bereits abgeschlossen haben?

 

Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.

 

Lhptm-Stv. Christoph Wiederkehr, MA: Die Zahl habe ich nicht im Kopf, habe sie aber vor Kurzem in einer Anfragebeantwortung - ich glaube, eh an Kollegen Zierfuß - herausgegeben. Das heißt: Gerne die Anfrage von Kollegen Zierfuß lesen! (Abg. Harald Zierfuß: 3.200!) - 3.200? - 3.200, gerade erst beantwortet! (Oh-Rufe bei der FPÖ. - Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Parteiübergreifende Kooperation, ja! Ich weiß nur, dass ich diese Anfrage sehr ausführlich beantwortet habe. Ich darf aber noch ein paar Hintergründe dazu geben, weil das ja auch immer sehr stark bewertet wird. Ich bin prinzipiell ein Befürworter davon, dass Personen während des Studiums auch schon Praxiserfahrung bekommen, auch im Lehrberuf, weil man dann auch weiß, ob dieser Beruf überhaupt etwas für einen ist. Das heißt, die negative Darstellung von Studierenden, die auch arbeiten, kann ich so nicht teilen. Worauf wir allerdings achten, ist, dass nicht zu früh im Studium schon Vollzeit gearbeitet wird, weil dann das Absolvieren des Studiums einfach unwahrscheinlicher wird.

 

Genauso befürworte ich den Quereinstieg. Ich finde es großartig, wenn jemand, der in einem chemischen Labor gearbeitet hat, dann an einer Wiener Mittelschule Chemie

 

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