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Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 8 von 62

 

unterrichtet. Uns kann doch nichts Besseres passieren, und ich befürworte es, hier einen Quereinstieg auch weiter zu ermöglichen. Es muss alles in Balance sein und es gibt hier unterschiedliche Gefäße, wir müssen aber in Zukunft wieder mehr Lehrpersonen ausbilden.

 

Präsident Ernst Woller: Danke.

 

9.34.00†Lhptm-Stv. Christoph Wiederkehr, MA - Frage|

Die 3. Anfrage (FSP-1538721-2024-KVP/LM) wurde von Herrn Abg. Zierfuß gestellt und ist an den Herrn Amtsführenden Stadtrat der Geschäftsgruppe für Bildung, Jugend, Integration und Transparenz gerichtet. (Laut einer Anfragebeantwortung vom 22. Jänner 2024 gab es im Schuljahr 2022/2023 13 531 außerordentliche Schülerinnen und Schüler in Wiens Volksschulen (17,3 Prozent). Als Stichtag für diese Zahl wurde der 15. Oktober 2022 angegeben. Am 6. November 2024 haben Sie ebenfalls eine Anzahl an außerordentlichen Schülern für das Schuljahr 2023/2024 präsentiert, wobei Sie als Stichtag Ende Juni 2024 angegeben haben. Demnach sollen im vergangenen Schuljahr nur mehr 10 535 Kinder als außerordentliche Schüler in Wiens Schulen geführt worden sein (14,8 Prozent). Von mehreren Tageszeitungen auf diese signifikante Veränderung der Zahl an außerordentlichen Schülern angesprochen ('Wo sind 3 000 außerordentliche Schüler geblieben?'), haben Sie unter anderem erklärt, 'dass die Schwankung mit den unterschiedlichen Stichtagen zusammenhängt'. Die alten Daten für das Schuljahr 2022/2023 stammen vom Beginn des Schuljahres 2022/2023, die neuen Daten vom Ende des Schuljahres 2023/2024. Ergo stellt sich für eine valide Vergleichbarkeit die Frage nach der jeweiligen Anzahl an außerordentlichen Schülern zu Beginn der entsprechenden Schuljahre: Wie viele außerordentliche Schülerinnen und Schüler gab es in absoluten und relativen Zahlen zum Stichtag 1. Oktober 2023 sowie zum Stichtag 1. Oktober 2024 an Wiens öffentlichen Volksschulen?)

 

Ich ersuche um Beantwortung.

 

Lhptm-Stv. Christoph Wiederkehr, MA: Wir bleiben beim Thema Schule und hier beim Thema außerordentliche Schülerinnen und Schüler. Ich halte das für eine sehr wichtige Frage und ich finde die Österreich-weite Entwicklung an zusätzlichen außerordentlichen Schülern dramatisch - so muss man es benennen. Das betrifft alle Bundesländer. Wer in Österreich lebt, muss auch Deutsch können und muss auch Deutsch lernen. Deutsch ist hier nicht optional, sondern ist Pflicht. Hier gibt es massiven Aufholbedarf, um sicherzustellen, dass Kinder, die in die Schule kommen, dem Unterricht auch folgen können.

 

Wir haben in Wien an öffentlichen Volksschulen zum Stichtag 1.10.2023 14.330 außerordentliche Schülerinnen und Schüler. Das sind 20,5 Prozent aller öffentlichen VolksschülerInnen. Um es vergleichbar zu machen: Zum Stichtag 1.10.2024 sind es 21,3 Prozent aller öffentlichen VolksschülerInnen. Das heißt, die Zahl ist weiter gestiegen, das ist unerfreulich. Das ist der Vergleichszeitraum, denn wir müssen hier immer zwei Zeiträume, finde ich, auseinanderhalten. Die Frage ist: Wie viele gibt es zum Beginn des Schuljahres und wie viele zum Ende des Schuljahres? Diese Zahl ist deshalb unterschiedlich, weil zum Glück am Ende des Schuljahres einige die Testungen auch bestehen und damit nicht mehr als außerordentliche Schülerinnen und Schüler geführt werden.

 

Wir haben im Bereich der Zahl der außerordentlichen SchülerInnen in den Volksschulen ein Wachstum um 4,7 Prozent. Das sind aus meiner Sicht um mindestens 4,7 Prozent zu viel. Demensprechend ist es notwendig, hier die Anstrengungen noch weiter zu intensivieren, im Bereich der Elementarbildung, aber genauso auch im Bereich der Schule, um Deutsch auch schnell zu vermitteln. Mir wäre wichtig, auch den Sommer zu nützen. Darum habe ich Sommerdeutschkurse eingeführt, damit auch über den Sommer hinweg schon Deutsch gelernt werden kann, denn wir wissen, neun Wochen Ferien helfen oft nicht beim Deutschlernen. Hier brauchen wir eine stärkere auch Erwartungshaltung, aus meiner Sicht auch eine stärkere Verpflichtung, damit alle, die hier leben, auch Deutsch können.

 

Wir erleben durch die Migration nach Wien, aber auch nach ganz Österreich, dass die Anzahl der Kinder, die zu uns kommen, mit nicht deutscher Muttersprache stark steigt. Hier ist es wichtig, das schon im Bereich des Kindergartens einzufordern, weshalb wir auch die Sprachförderung im Kindergarten massiv erhöht haben. Ich habe hier eine Sprachoffensive der Stadt vorgestellt. Darüber hinaus gibt es auch Fragen, ob dem Ballungsgebiet Wien ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise im Bereich der Deutschförderung ist es nicht so. Hier sind die Ressourcen gedeckelt, und darum muss Wien Ressourcen aus anderen Bereichen in den Bereich der Deutschförderung verschieben. Das halte ich nicht für zielführend und das sollten wir auch diskutieren und verändern.

 

Präsident Ernst Woller: Danke für die Beantwortung. Die 1. Zusatzfrage wird von Herrn Abg. Zierfuß gestellt. Ich erteile ihm das Wort.

 

9.37.44

Abg. Harald Zierfuß (ÖVP): Vielen Dank, Herr Stadtrat, für die Beantwortung. Ganz überraschend war sie jetzt nicht, Sie haben ja vor zwei Tagen in der Nacht dann ein OTS mit den Zahlen ausgeschickt. Ich möchte aber vielleicht etwas ein bisschen in den Kontext setzen, weil Sie jetzt ein Jahr vergleichen: Wenn man es mit dem Schuljahr 2020/2021 vergleicht, dann waren es damals noch 10.484 außerordentliche Schülerinnen und Schüler. Also in diesen 4 Jahren eine Steigerung von 49 Prozent, das ist dann schon im Kontext mit den 4,7 Prozent, die Sie genannt haben, ein ganz anderes Bild, das sich zeichnet: deutlich angestiegen.

 

Und ja, Familienzusammenführungen waren sicher ein großer Teil davon, aber da muss man auch die Kirche im Dorf lassen, denn Geburtsland Österreich traf 2020/2021 bei in etwa 60 Prozent zu, und jetzt sind es 52,4 Prozent. Die Wahrheit ist also: Die meisten Kinder sind nach wie vor hier geboren und waren hier im Kindergarten. Sie haben ja auch geantwortet, dass sie im Schnitt zweieinhalb Jahre hier im Kindergarten waren, obwohl sie außerordentliche Schüler sind.

 

Um es vielleicht ein bisschen konkreter zu machen und auch Familienzusammenführung mehr auszublenden - und ich nehme an, ich bekomme es jetzt dann auch

 

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