Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll - Seite 10 von 62
Amtsf. StR KommR Peter Hanke: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen! Einen schönen guten Morgen!
Ich bedanke mich für diese Frage ganz ausdrücklich, weil sie eines der entscheidenden Instrumente dargestellt hat, die uns in der Pandemiezeit ein Gefühl dafür gegeben haben, wie es denn weitergehen kann. Dieses Gefühl haben wir mit einem Namen versehen, nämlich Vienna Meeting Fund. Es ist uns gelungen, im Gemeinderat schon im Mai 2021 einen klaren Beschluss zu fassen, diesen Meeting Fund zu dotieren, und dieser hat sich bis zum heutigen Tag als ein Erfolgsmodell herausgestellt, und das auch im Vergleich, im Wettbewerb mit anderen Städten, wo es immer schon darum geht, ein Stück weit vorne zu sein. Der Vienna Meeting Fund ist so ein Instrument, das uns da wirklich hilft. Ich darf ein Stück weit auch zusammenfassend referieren, dass wir 12 Millionen EUR an Förderungen für den Vienna Meeting Fund aufgestellt haben, 8 Millionen davon haben wir in den letzten Jahren entsprechend zur Verfügung gestellt, und für die Periode 2025 - nächstes Jahr - bis 2028 haben wir damit 4 weitere Millionen zur Verfügung, um in dieser Form weiter zu tun.
Eines ist vielleicht auch noch, der Statistik folgend, zu sagen: Es gab in Summe bis Mitte September dieses Jahres über 1.100 Förderanträge, die gestellt wurden, und davon wurden dann 770 Veranstaltungen auch mit einer Förderzusage versehen. Und damit man auch hier sieht, dass wir natürlich weiter denken müssen und dass das, was jetzt kommt, ein Stück weit zum Glück anders ist als in der Post-Covid-Zeit, haben wir jetzt auch andere Schwerpunkte für die Zukunft des Vienna Meeting Fund gesetzt. Wir gehen klar den Weg der Internationalität, der Nachhaltigkeit und der Entzerrung, also sprich, es geht um den Versuch, immer wieder ganz Wien auch mit dem Kongressthema entsprechend bespielen zu können.
Zusammenfassend auch noch einmal: Die maximale Fördersumme, die wir für solche Veranstaltungs-Einzelaktivitäten zur Verfügung stellen, liegt bei 60.000 EUR, und ab 2025 werden nur mehr mehrtägige und auch internationale Verbandskongresse gefördert. Anders als in der Anfangszeit, wo wir gesagt haben, jeder, der kommt, soll doch eine Unterstützung bekommen, auch für nationale Aktivitäten, gehen wir da jetzt wieder einen Schritt weiter zurück auf das internationale Parkett und wollen dort klar machen, dass auch eines der Fall sein muss, nämlich dass mindestens die Hälfte der Teilnehmer aus dem Ausland kommen muss, womit wir auch da sagen, wir konzentrieren uns wieder auf das internationale Geschäft. Die volle Summe gibt es auch nur dann, wenn Qualitätskriterien eingehalten werden, und da sind natürlich die Green Meetings und das ÖkoEvent zwei ganz klare Positionierungen. Nur, wenn eine internationale Veranstaltung auch als Green Meeting oder als ÖkoEvent durchgeführt wird, gibt es die volle Förderzusage, wenn nicht, läge die maximale Summe, die hier zur Auszahlung kommen könnte, bei 48.000 EUR.
Eines haben wir auch noch geändert: Wir wissen ja, welche starken Monate in Wien für volle Häuser sorgen. Da wollen wir genau in den Zwischenzeiten punkten - also nicht in den Monaten Mai und Juni und nicht in den Monaten September und Oktober, denn da läuft das Geschäft auf Hochtouren, sondern es ist uns wichtig, dass die Zwischenzeiten entsprechend befüllt werden, dass wir da eine Unterstützung geben und damit eine möglichst hohe Auslastung generieren können.
Zusammengefasst: Die Wertschöpfung aus dem Kongresstourismus - wir wissen es - ist eine sehr, sehr hohe: 1 Milliarde EUR pro Jahr. Damit sind es - auch einmal wieder umgelegt in Arbeitsplätze - rund 1.000 Arbeitsplätze, die wir in dieser Form absichern und für die nächsten Jahre zur Verfügung haben. Das Gesamtjahresergebnis 2023 ist im Kongressgeschäft ein sehr, sehr gutes gewesen. Wir haben über 6.450 Kongresse und Firmenveranstaltungen gehabt. Das ist ein Plus von 49 Prozent im Vergleich zu 2022, also erheblichst, und es sind bereits um ein Fünftel - plus 18 Prozent - mehr Tagungen als 2019, und das war ja noch ein sehr, sehr gutes Jahr.
Auch, was die Anzahl der Tagungsgäste betrifft, können wir hier für das letzte Jahr eine sehr erfreuliche Summe nennen: 630.000 Teilnehmer - ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zu 2022. Da hat sich in der Nach-Corona-Zeit also zum Glück viel Gutes getan, und wir sehen auch, dass die Qualitätsthematik natürlich unserer Visitor-Economy-Strategie zu Gute kommt und wir da auf gutem Wege sind.
Zwei internationale Rankings, die ich da natürlich immer wieder gerne betone: Die International Congress and Convention Association, ICCA genannt, hat Wien 2023 auf den 4. Platz gesetzt, hinter Paris, Singapur und Lissabon - also ein ausgesprochen gutes Ergebnis -, und auch die Union of International Associations, UIA genannt, hat Wien zum 2. Mal in Folge den 2. Platz gegeben, hinter Brüssel und vor Tokio. Wir sind hier also in bester Gesellschaft und können, glaube ich, auch sehr zuversichtlich auf die nächsten Jahre blicken.
Präsident Ernst Woller: Danke für die Beantwortung. Wir kommen zur 1. Zusatzfrage. Sie wird von Herrn Abg. Schulz gestellt. Ich erteile ihm das Wort.
Abg. Benjamin Schulz (SPÖ): Schönen guten Morgen, Herr Landesrat! Vielen Dank für die Ausführungen.
Die Corona-Pandemie hat ja zu einer dramatischen Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt geführt. Besonders die Hotellerie, die Freizeitwirtschaft und der Tourismus waren sehr, sehr stark betroffen. Wie sieht die derzeitige Umsatzentwicklung der Wiener Hotellerie aus, und ist der Wien-Tourismus international wieder so aufgestellt wie vor der Pandemie?
Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.
Amtsf. StR KommR Peter Hanke: Auch da ein Danke dafür, das ausführen zu dürfen. Wir haben 2023 ein sehr, sehr gutes Jahr gesehen, und die Ankünfte sind auf 7,394 Millionen gestiegen. Das ist im Vergleich zu 2022 ein Plus von satten 32 Prozent. Man sieht also schon da, wie schnell diese Kurve im touristischen Markt wieder nach oben geht. Die Gästenächtigungen haben mit 30,7 Prozent ebenfalls ein ähnlich hohes Plus erreicht, und in Summe bedeutet das 17,261 Millionen Nächtigungen, die hier zu Buche stehen.
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