Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll - Seite 12 von 62
ist zu 31 Prozent die Bahn geworden - mit der Bahn nach Wien zu kommen, hat eine neue Attraktivität gefunden -, und 23 Prozent kommen eben auch noch mit dem Auto.
Natürlich hat sich, glaube ich, auch das Angebot auf der Bahn durchaus attraktiver gestaltet. Es gibt jetzt den neuen Nightjet, der vom Wohlfühlfaktor etwas ganz anderes ist. Wir sind ja bei diesen Nightjet-Verbindungen durchaus auch in Mitteleuropa führend, und ich halte das auch für eine gute Entwicklung, die da von Seiten der ÖBB mitgetragen wird. In dieser Form, glaube ich, sollten wir weiter versuchen, diesen Modal-Split noch zu intensivieren, alles versuchen, damit diese CO2-neutrale Anreise ermöglicht wird, und ich denke einmal, das lässt sich durchaus noch verbessern.
Präsident Ernst Woller: Danke. Die 4. Zusatzfrage wird gestellt von Herrn Abg. Arsenovic. Ich erteile ihm das Wort.
Abg. Johann Arsenovic (GRÜNE): Guten Morgen, Herr Landesrat!
Ich möchte mich auch den Gratulationen an den WienTourismus anschließen, an Norbert Kettner und seine MitarbeiterInnen - wirklich großartig. Ich freue mich auch über die guten Zahlen, aber ich freue mich auch über die nachhaltigen guten Zahlen. Sie haben es jetzt gerade berichtet - der Modal-Split, die Anreise mit der Bahn, die extrem gestiegen ist. Da muss man auch der Klimaministerin danken, die ja mit dem Klima-Ticket viel dazu beigetragen hat, dass vor allem die österreichischen Gäste jetzt alle mit der Bahn anreisen.
Was ich noch sagen wollte beim Kongresstourismus: In einer Studie sind wir Platz 2. Da müssen wir halt Brüssel überholen. Platz 4 ist die Blechmedaille, Lissabon hat Bronze. Ich glaube, das wäre eine Herausforderung.
Ein Punkt, der mich noch interessiert, der sehr wenig beleuchtet wird, sind vor allem die österreichischen Touristinnen und Touristen. Haben Sie Zahlen, wie sich der Tagestourismus in Wien entwickelt hat?
Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.
Amtsf. StR KommR Peter Hanke: Der Tagestourismus entwickelt sich gut. Ich sage das immer ein bisschen vorsichtig, weil es uns ja immer um eine möglichst hohe Qualität und eine möglichst hohe Wertschöpfung aus Tourismus geht. Es muss auch immer im Einklang mit den Wienerinnen und Wienern stehen, so wie wir uns das vorgenommen haben. Da ist es mir vielleicht einmal wichtig, zu sagen, dass die Wienerinnen und Wiener mit dem Tourismus sehr gut zurechtkommen. Knapp neun von zehn Wienern sagen, der Tourismus tut uns gut, auch selbst in unserer eigenen Wirtschaftsaktivität oder auch in der Stadt. Der angenehme Nebeneffekt ist: Neun von zehn der Reisenden, die zu uns kommen, sagen, wir wollen wiederkommen. Auch das ist schön. Es sind viele Tagesreisende dabei. Da gilt es natürlich auch, dieses Entzerren immer wieder in den Mittelpunkt zu stellen und zu versuchen, all das, was mit Bustouristik zusammenhängt, so aufzuteilen, dass eben diese hohe Zufriedenheit auch weiter erhalten bleibt.
Also ja, wir müssen als moderne urbane Stadt mitten im Herzen Österreichs und Europas natürlich für Tagestouristen immer offen sein. Ich glaube, wir sind das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Österreichs. Deshalb gilt es, jedem Tagestouristen entsprechend immer positiv und gut gelaunt entgegenzusehen. Allerdings ist uns das Qualitätsthema ein großes Anliegen. Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren alles unternehmen, um die Wertschöpfungsthematik für die Unternehmerinnen und Unternehmer, für die Wiener, die alle in dieser Stadt ihren Platz brauchen, bestmöglich zu nutzen. Da muss es ein Miteinander geben. Man wird es aufmerksam beobachten und versuchen, immer wieder Punkte zu setzen, um auch das tagestouristische Aufkommen gut verdauen zu können.
Präsident Ernst Woller: Danke. Die 5. Zusatzfrage wird gestellt von Herrn Abg. Grießler. Ich erteile ihm das Wort.
Abg. Markus Grießler (ÖVP): Schönen guten Morgen, Herr Landesrat! Danke für die Beantwortung beziehungsweise Gratulation zum Vienna Meeting Fund. Auch von unserer Seite: ein wirklich wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte des Kongresstourismus und auch ein Blick in die Zukunft.
Der Blick in die Zukunft des Kongresstourismus zeigt natürlich, der Vienna Meeting Fund wird ein großer Teil sein, die Entwicklung der Kongressinfrastruktur wird auch ein großer Teil sein, über den man sich unterhalten muss. Überhaupt wird es für die Entwicklung der Stadt als Veranstaltungsdestination eine sehr, sehr große Rolle spielen, wie sich der Kongresstourismus weiterentwickeln wird.
Beim Thema Veranstaltungsdestination oder Veranstaltungen in Wien sehen die Veranstalter im Moment eine, sagen wir, dunkle Wolke aufkommen. Man weiß, nächstes Jahr hätten in Schönbrunn viele Konzerte stattfinden sollen, die jetzt abgesagt worden sind, und der Diskurs mit der MA 36 zeigt im Moment ein bisschen, dass Partikularinteressen von Einzelnen vor das Gesamte gesetzt werden. Meine Frage wäre ganz konkret: Sehen Sie die Möglichkeit, auch mit der MA 36 in Diskurs zu treten, um den Wirtschaftsstandort in diese Überlegungen miteinzubringen, weil es für uns und für alle Veranstalter elementar ist, zukunftssicher agieren und planen zu können. Auch ein Jahr zuvor so große Konzertserien absagen zu müssen, ist natürlich bitter für den Standort und auch für die Veranstalter.
Präsident Ernst Woller: Danke. Ich ersuche um Beantwortung.
Amtsf. StR KommR Peter Hanke: Herr Abgeordneter, wir wissen alle, wir brauchen Spielregeln. Spielregeln sollen auch eingehalten werden. Es geht ja meistens um die Frage der Anrainer: Wie weit ist es zumutbar, die Zumutbarkeitsgrenze auszuloten? Aber ja, natürlich, ich bin auch dafür, wir sind als Veranstaltungsort zum Glück auch beliebt im Entertainmentbereich. Die Veranstaltungsformate verändern sich dramatisch, wie wir in den letzten Jahren sehen. Sie werden größer, digitaler, internationaler. Ich sehe in diesem Bereich ein großes Geschäftsfeld für uns. Wir müssen auch da wiederholt den Wettbewerb mit anderen auf Augenhöhe führen. Das bedeutet, wir
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