Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll - Seite 14 von 62
Im Bereich des Personalmanagements wurden zudem Strukturen für die Ausbildung in den Bereichen Medizin, Pflege und medizinische Dienste geschaffen. Bis Ende des Jahres werden rund 4.400 Ausbildungsplätze der Pflege zur Verfügung stehen, das ist ein unglaublicher Erfolg der Anstrengungen, die Ausbildungsplätze für die Pflegeberufe in Wien zu verdoppeln.
Die Studierenden in der Pflege und in der Medizintechnik haben überdies die Möglichkeit, während ihres Studiums auch schon beim Wiener Gesundheitsverbund angestellt zu werden, und das mit einem Gehalt von rund 2.700 EUR monatlich. Wir haben, wie Sie wissen, einen neuen Bonus für das Anwerben eingeführt, und dieser neue Bonus für Anwerberinnen und Anwerber hat dazu geführt, dass alleine aus dieser einen Maßnahme in den Jahren 2023 und 2024 rund 1.100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden konnten.
Darüber hinaus wurden zwischen den Sozialpartnern Verhandlungen über ein attraktiveres Programm auf der gesamten Ebene des Personalmanagements geführt, das unter anderem Verbesserungen von Nachtdienst- und Feiertagszulagen, eine bessere Besoldung für sogenannte Einspringerdienste umfasst. Auch im Bereich der medizinischen Versorgung wurden zahlreiche Verbesserungen und Innovationen eingeführt. Dazu gehört zum Beispiel die Einrichtung von Erstversorgungsambulanzen in allen Kliniken, um auf der einen Seite die Zentralen Notaufnahmen zu entlasten, aber vor allem, um den Mangel an Allgemeinmedizinern im niedergelassenen Bereich, so gut es geht, zu kompensieren.
Bedeutende technologische Entwicklungen, wie zum Beispiel die Einführung der digitalen Pathologie, der Einsatz von Operationsrobotern und die Implementierung Künstlicher-Intelligenz-Anwendungen in den Fachbereichen Kardiologie, Radiologie, Radioonkologie, wurden ebenfalls erfolgreich implementiert und umgesetzt.
Ein besonderes Augenmerk wurde zudem auf die optimale Versorgung älterer Patientinnen und Patienten gelegt. Unter dem Begriff Überleitungspflegestationen werden Patientinnen und Patienten nach Abschluss der akuten Behandlung in den Akutspitälern in die Pflegewohnhäuser des WIGEV transferiert und erhalten dort eine medizinische, pflegerische und therapeutische Behandlung in höchster Qualität mit dem Ziel der raschen und sicheren Entlassung nach Hause. So konnten wir über 70 Prozent der älteren Patienten wieder in ihre häusliche Umgebung entlassen, wodurch die langfriste Pflegebedürftigkeit verhindert respektive auf der Zeitachse erfolgreich nach hinten verschoben werden konnte.
Insgesamt spiegeln diese Entwicklungen den kontinuierlichen Fortschritt und das Engagement des Wiener Gesundheitsverbundes wider, die Gesundheitsversorgung in Wien nachhaltig zu verbessern und den Herausforderungen der Zukunft aktiv zu begegnen. Vor diesem Hintergrund sehe ich den Wiener Gesundheitsverbund bestens gerüstet und auf einem guten Weg.
Sie sehen anhand der von mir dargestellten Beispiele, mit welch hoher Flexibilität Veränderungen im Wiener Gesundheitsverbund in den Managementstrukturen und selbst im obersten Management - auch wenn Sie es nicht mit sehr freundlichen Worten bezeichnen in Ihrer Anfrage - selbstinitiiert stattfinden.
Die Rechtsform des Wiener Gesundheitsverbundes hat dabei in der Aufzählung und all den Entwicklungen eine sehr untergeordnete Bedeutung gehabt und ist daher für die Weiterentwicklung des Managements im Rahmen der Unternehmensführung unter § 71 der Stadtverfassung gut möglich. Das schließt natürlich nicht aus, dass sich die Frage der Rechtsform nicht wieder stellen könnte, im Augenblick hat die Frage nur untergeordnete Priorität. Danke schön.
Präsident Ernst Woller: Danke. Die 1. Zusatzfrage wird gestellt von Herrn Abg. Seidl. Ich erteile ihm das Wort.
Abg. Wolfgang Seidl (FPÖ): Guten Morgen Herr Präsident, guten Morgen Herr Landesrat!
Danke für die Beantwortung. Ja, wie Sie richtig sagen, ich habe gestern eine relativ ähnliche Anfrage an den Herrn Bürgermeister gestellt, und da war ich dann sehr verwundert, wie er mir genau das erzählt hat, was Sie uns jetzt gesagt haben - dass es nicht mehr so prioritär ist, die Rechtsform zu ändern. Jetzt meine Frage: Gibt es aktuell überhaupt noch Gespräche mit den Partnern, um eine Rechtsformänderung irgendwann einmal anzustoßen?
Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.
Amtsf. StR Peter Hacker: Ja, es gibt immer Gespräche über viele Themenfelder, aber wie ich schon gesagt habe und gestern der Herr Bürgermeister im Gemeinderat ausgeführt hat, hat das im Augenblick nicht die oberste Priorität.
Präsident Ernst Woller: Danke. Die 2. Zusatzfrage wird gestellt von Frau Abg. Huemer. Ich erteile ihr das Wort.
Abg. Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Einen schönen guten Morgen, Herr Gesundheitslandesrat!
Sie haben heute als allerersten Punkt und der Herr Bürgermeister gestern ja ebenso die Optimierung der Führungsstruktur angeführt. Können Sie uns da mehr Details liefern, was genau da optimiert wurde?
Präsident Ernst Woller: Bitte um Beantwortung.
Amtsf. StR Peter Hacker: Wir haben innerhalb der Generaldirektion eine ziemlich tiefgreifende Veränderung gemacht, Abteilungen zusammengeführt, neue Abteilungen geschaffen, fokussiert auf die Kernherausforderungen, wie wir sie ja auch im Ausschuss oft besprochen haben, nämlich dass wir im Recruiting und in der Personalentwicklung fitter, flotter und besser werden müssen. Daher gibt es eine neue Organisationseinheit für diese Bereiche, und ich denke, man spürt es auch schon, deswegen kennen wir auch die Ergebnisse der Recruiting-Maßnahmen.
Die Herausforderungen sind ja nicht geringer geworden. Ich meine, dass die Babyboomer-Generation jetzt gerade in Pension geht, schon die letzten zwei Jahren und in den nächsten fünf Jahren, ist keine neue Erkenntnis, und ich glaube, wir können ganz zufrieden sein, wie es dem Wiener Gesundheitsverbund jetzt gelungen ist, dieses Tal, das wir im Jahr 2022/2023 nach der Covid-Pandemie hatten - Sie kennen die Zahlen und die Statistiken dazu - zu durchbrechen. Wir befinden uns wieder im Auf
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