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Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 26 von 62

 

bericht 2022 ist deutlich angeführt worden, dass die Wiener Umweltanwaltschaft beim Programm Inka - das sind die infrastrukturellen Klimawandelanpassungen - mitmacht. Das war 2022 mit dem Schwerpunkt Aufwertung der Grün- und Freiräume. Das Programm Inka beziehungsweise die Teilnahme an diesem Klimaschutzprogramm beziehungsweise auch die Teilnahme und Mitarbeit am sogenannten Klimanetzwerk werden nicht erwähnt.

 

Auch da meine Frage: Bringt die Umweltanwaltschaft ihre unbestrittene Expertise weiterhin in diese relevanten Programme und Prozesse ein? Denn das sind ja wie viele andere Prozesse wichtige strategische Planungsprozesse, die dann wieder zu Maßnahmen führen, die wir hier in der Stadt in diesen Bereichen machen. Das wäre also eine Frage dazu.

 

Dazu passt auch der im Kapitel Stadtplanung erwähnte Bereich Mobilität. Da habe ich das Gefühl, dass - bitte unter Anführungszeichen zu setzen - nur die Teilnahme am Planungsprozess bei der Erneuerung von U2/U5 - Schwerpunkt gestern - erwähnt wird. Ich denke mir, dass die Expertise der Umweltanwaltschaft in vielen, vielen anderen Bereichen der Mobilität als wesentlicher Faktor nicht vermisst werden sollte, um einerseits die Klimaneutralität der Stadt zu erreichen, um aber andererseits auch andere Mobilitätsformen im Umweltverbund zu unterstützen.

 

Dann komme ich zu einem ganz, ganz kleinen und vielleicht persönlichen Steckenpferd, unter anderem deswegen, weil ich Abgeordnete im Petitionsausschuss und als Abgeordnete auch noch Tierschutzsprecherin meiner Partei bin. Da geht es mir um die sogenannte Rattenverordnung. Das war eine Petition, die letztes Jahr im März 2023 eingebracht worden ist und bei der eine tierschutzrechtliche Problematik angesprochen worden ist. Durch die Ausbringung von Rattengift - ich sage es jetzt ganz salopp, wenn man es ganz genau nimmt: von einem sogenannten Rodentizid - werden nicht nur Ratten vergiftet, sondern durch diese Gifte auch Feldhamster und in weiterer Folge - durch die Vergiftung nicht nur von Feldhamstern, sondern auch von Ratten - alle anderen Beutegreifer und Beutetiere, die diese vergifteten Tiere fressen als sogenannte Sekundärvergiftungen.

 

Das mag jetzt lächerlich klingen, aber wir in der Stadt haben tatsächlich eine Möglichkeit, da ordentlich einzugreifen, weil das Rattenmanagement, wie es so schön heißt, funktional und auf der methodischen Ebene unheimlich viel damit zu tun hat, wie wir mit Müll umgehen. Das hat jetzt nichts mit der MA 48 zu tun, sondern tatsächlich eher mit der Gastronomie. Das heißt, durch die Art und Weise, wie mit dem Wegwerfen von Dönerresten, mit dem Fallenlassen von - ich weiß nicht - Getränkepackungen und Ähnlichem umgegangen wird, haben wir einen wesentlichen Einfluss darauf, wie sich die Population der Ratten entwickelt, und daher darauf, wie unsere Antwort auf diese Populationen ist: mit Gift oder eben mit anderen Maßnahmen.

 

Letztes Jahr wurde bei der Behandlung der Petition der Eindruck erweckt, dass da schon wirklich stark daran gearbeitet wird. Jetzt bin ich ein bisschen verunsichert, weil im Tätigkeitsbericht der Umweltanwaltschaft nur steht, dass der Kick-off im Herbst 2023 stattfand.

 

Ich wünsche mir dazu einfach entweder mehr Information oder mehr Lösungsorientierung, denn wir haben ungefähr beim Kick-off mit unserer Empfehlung zu dieser Petition die Aussicht eröffnet, dass demnächst eine Lösung dieses Problems und eine Änderung der Wiener Rattenverordnung erreicht werden könnten.

 

Wir haben jetzt November 2024, also ein ganzes Jahr danach. Daher wäre es mir durchaus ein Anliegen, diese Novelle der Wiener Rattenverordnung und eine sinnvolle Tierschutzmaßnahme in dieser Rattenverordnung voranzubringen und nicht noch einmal ein Jahr ins Land streichen zu lassen, bis wir da zu einer Lösung kommen. - Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN und von Abg. Ing. Udo Guggenbichler, MSc.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. Zu Wort gemeldet ist nun die Frau Umweltanwältin Iris Tichelmann. Ich ersuche sie um ihre Wortmeldung. Bitte.

 

11.38.38

Umweltanwältin Iris Tichelmann, BSc, MSc|: Vielen lieben Dank meiner Vorrednerin, auch für das Lob meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich möchte Ihre Fragen jetzt nach und nach beantworten.

 

Die erste Frage war ja zur Umweltbildung und warum wir da im Jahr 2023 doch einige Kinder weniger hatten als im Jahr davor. Das hängt vor allem damit zusammen, dass wir im Jahr 2022 - auch mit der Förderung durch das Innovationsmanagement der Stadt Wien - ein ganz neues Projekt ins Leben gerufen haben. Das war doch eine sehr gute Förderung von der MA 23.

 

Wir sind natürlich gleich mit sehr vielen Klassen hineingestartet, und es hat sich herausgestellt, dass es wirklich sehr viele personelle Ressourcen braucht, dieses Projekt so umzusetzen. Wir haben dann im Folgejahr etwas weniger Klassen zugelassen. Es hat auch einige Änderungen bei einem sehr altbewährten Umweltbildungsprojekt gegeben. Das hat auch mit personellen Veränderungen zu tun. So ist es uns im Vorjahr eben nicht mehr möglich gewesen, so viele Kinder zu erreichen. Wir sind trotzdem sehr bemüht. Umweltbildung ist uns sehr wichtig, weil ich davon überzeugt bin, dass wir unseren Kindern dieses Wissen heute vermitteln müssen, damit sie die Naturschützer und Naturschützerinnen von morgen werden.

 

Dann zur zweiten Frage: Warum ist Klimaschutz jetzt kein eigenes Thema im Tätigkeitsbericht mehr? An unserer Arbeit am Klimaschutz oder unserem Engagement dazu hat sich nichts verändert. Wir haben lediglich den Bericht etwas umstrukturiert und den Klimaschutz in anderen Kapiteln aufgehen lassen. Wir sind aber nach wie vor im Programm „InKA“, wir sind nach wie vor im Klimanetzwerk, und wir sind auch immer noch bei der Klima-Tour engagiert. Meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es sehr wichtig, die Wienerinnen und Wiener zu erreichen und ihnen auch dieses Wissen über den Klimaschutz zu vermitteln. Es hat also eher damit zu tun, dass wir das einfach etwas umstrukturiert haben und den Bericht dadurch übersichtlicher machen wollten und auch nichts doppelt hineinschreiben wollten.

 

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