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Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 49 von 62

 

wollte einfach Probleme nicht wahrhaben, denn solange man sie in der politischen Debatte nicht thematisiert, gibt es diese Probleme nicht - eine langjährige Taktik der SPÖ. Aber im Endeffekt sind die Leidtragenden von diesem Negieren und von diesem Verschleppen von Problemen unsere Kinder, die die Zukunft dieser Stadt sein sollten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Und gerade im Bildungsbereich ist es ja ein vielschichtiges Thema. Es gibt viele Kompetenzen, die im Landesbereich, es gibt viele Kompetenzen, die im Bundesbereich sind. So, wie es jetzt ausschaut, dürfen ja dann die NEOS gleich in beiden Bereichen verantwortlich sein für dieses Thema, ob das so gut ist für die Kinder, ist immer eine andere Frage. Denn es pfeifen ja schon die Spatzen vom Dach, dass der jetzige Vizebürgermeister und jetziger Noch-Bildungsstadtrat Wiederkehr dann als Bildungsminister in dieser Verliererkoalition im Gespräch ist, und das ist leider eine gefährliche Drohung für alle Kinder, die hier in die Schule gehen oder noch im Kindergartenbereich aufhältig sind.

 

Warum ist das so? Das ist nicht etwas, was ich alleine behaupte, sondern tagtäglich sind ja auch die Zeitungen voll damit. Es fehlen hunderte Pädagogen. Wir haben so viele außerordentliche Schüler wie noch nie zuvor. 70 Prozent aller Pflichtschüler in Wien sprechen nicht Deutsch als Umgangssprache. Kollege Krauss hat das schon erwähnt, das Gewaltpotenzial steigt natürlich auch noch, es gibt tagtäglich Übergriffe zwischen den Schülern, es gibt tagtäglich Übergriffe auf das Lehrpersonal, und daher muss die Polizei auch immer mehr einschreiten. Containerklassen, die wir als FPÖ jahrelang bekämpft haben, da war ich noch Bildungssprecher, im Jahr 2010 herum, und ich habe das schon übernommen von meinem Vorgänger, der damals Bildungssprecher war: Wir haben immer angekämpft gegen Containerklassen, weil wir gesagt haben, das ist kein würdiges Umfeld für Kinder. Damals noch irrsinnig kalt im Winter, nun irrsinnig heiß, damals auch im Sommer, und ja, es hat sich vielleicht der ein oder andere architektonische Stil verbessert, muss man sagen. Allerdings ist es dennoch wiederum nur ein kurzfristiges Lösen von Problemen, denn dass es ja einen Familiennachzug gibt - die sind ja jetzt auch nicht auf einmal dagestanden, auch das haben wir und auch die ÖVP schon jahrelang davor betont, dass, wenn eine Person hier herkommt, meistens noch eine Frau und Kinder nachkommen, die natürlich im Schulsystem sind -, auch hier hat man sich nicht darauf vorbereitet Und was ist jetzt notwendig: Dass jetzt neue Container, also NEOS-Container dort auf Sportplätzen stehen und diese NEOS-Container auch jetzt den Kindern die Möglichkeit nehmen, Sport auszuüben in den Pausen, gleichzeitig Vereine blockieren, weil dort nicht trainiert werden kann.

 

Von den Lehrerinnen und Lehrern gar nicht zu reden, die in die Bundesländer abwandern - und, Frau Kollegin Emmerling, weil Sie das so ein bisschen flapsig gesagt haben: Die gehen ins Burgenland, weil einfach die Umstände besser sind. Das Lehrpersonal ist ja nicht dazu da, nur zu beaufsichtigen, damit sich heutzutage keiner mehr absticht in der Schule, sondern die Lehrer sind ja Idealisten, die wollen ja den Kindern etwas beibringen, die sind ja anfangs motiviert. Aber ich verstehe jeden Lehrer, dass es, wenn er in einer Klasse steht, dort nicht einmal mehr verstanden wird, dort vielleicht noch attackiert wird, dem das irgendwann einmal reicht, dass der die Schnauze voll hat und sagt, er geht lieber in ein benachbartes Bundesland, er pendelt vielleicht lieber von Wien ins Burgenland oder von Wien nach Niederösterreich oder er verlässt sogar Wien als Einwohner und wohnt dann in Niederösterreich und Burgenland, weil er es hier nicht mehr aushält. Ich habe jegliches Verständnis für die, denn das sind echt Idealisten. Das kann ich sagen, denn ich komme selbst aus einer Lehrerfamilie. Meine Mutter hat selbst jahrelang unterrichtet und sie hat schon damals gesagt - und sie ist jetzt sicher schon zehn Jahre in Pension -, dass schon damals ein Unterrichten fast nicht mehr möglich war und dass sich das Umfeld, seitdem sie begonnen hat, als Junglehrerin in der Klasse zu unterrichten, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie in Pension gegangen ist, für die Lehrer einfach dramatisch verschlechtert und es am Schluss auch keinen Spaß mehr gemacht hat zu unterrichten. Warum? Weil das Hauptziel jedes Lehrers, Wissen zu vermitteln, einfach nicht mehr möglich ist. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Und nun kommen wir dort hin, dass allein in den 1. Klassen in den Wiener Volksschulen 35 Prozent als außerordentliche Schüler geführt werden. Das heißt, sie haben so wenig Deutschkenntnisse, sie verstehen so schlecht Deutsch, sie sprechen so schlecht Deutsch, dass sie auch dem Unterricht nicht folgen können. Und jetzt könnte man wieder sagen, ja gut, die sind ja erst kurzfristig hier, die sind jetzt erst hergekommen, die müssen das erst lernen, die brauchen nur ein bisschen Zeit. Nein, die Hälfte davon ist in Wien geboren. Die Hälfte von den Kindern, die in den 1. Klassen als außerordentliche Schüler geführt werden, ist in Wien geboren. Das heißt, die sind schon sechs Jahre hier, das heißt, sie haben schon das verpflichtende Kindergartenjahr gehabt, und es hat nichts gebracht, dass die Deutsch können. Das heißt ja, dass zu Hause nicht mehr Deutsch gesprochen wird, denn sonst würde man es ja verstehen. Und ich sage jetzt nicht, dass die Kinder in der ersten Klasse Volksschule schreiben können müssen oder Bücher vorlesen, es geht um das Verständnis, um das Verstehen der Sprache, dass man sich miteinander austauschen kann, dass der Lehrer nicht das Wort Bleistift erklären muss, das Wort Federpennal erklären muss.

 

Das heißt, wir haben ein eklatantes Problem, dass viele, die hier geboren sind, hier aufgewachsen sind, gar nicht Deutsch können müssen, um in dieser Gesellschaft, in der Familie weiter voranzukommen. Aber dann hakt es in der Schule, und das ist ein Raub der Zukunft von diesen Kindern für die nächsten Generationen, weil die sich nie mehr weiterbilden können. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Und jetzt könnte man natürlich den Ansatz der NEOS wählen, das zweite verpflichtende Kindergartenjahr zu fordern und zu sagen, je früher wir sie dann dort haben, umso schneller lernen sie es, wo wir sagen, ich möchte das aber nicht verpflichtend für diejenigen haben, die eh Deutsch können. Wenn die Eltern sagen, und das ist auch

 

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