Landtag, 5. Sitzung vom 19.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 5 von 43
Schwerpunktzentrum, das eines der beiden Häuser abbilden muss. Das sind zum Beispiel die Onkologie, die Urologie, Gefäßzentren und Ähnliches mehr. Das ist die Ordnungslogik, die wir schon 2023 beschlossen haben. Die setzen wir jetzt in der Präzision des neuen Regionalen Strukturplanes Wien fort.
Das Allgemeine Krankenhaus ist eine Zentralkrankenanstalt, für ganz Wien gültig und natürlich mit der medizinischen Universität verknüpft, ein Ort der spitzenmedizinischen Patientenversorgung, der Forschung und der Lehre auf internationalem Topniveau und daher eine überregionale Versorgung innerhalb der gesamten drei Regionen in unserer Stadt.
Neben der Sortierung oder Ordnung bei den Spitälern, die uns in den WIGEV-Kliniken selbst gehören, ergänzen die Ordensspitäler als Standardkrankenanstalten dieses Angebot zusätzlich mit teils unterschiedlichen Spezialisierungen.
Was sind die wesentlichen Punkte der neuen Planung, die wir auch schon in der Gesundheitsplattform vorgestellt haben? - Klar ist erstens - wie ich schon gesagt habe: Ambulante und stationäre Planung müssen miteinander korrespondieren und Hand in Hand ineinander verschränkt sein. Das ist die Qualität der Planung, die uns heuer wirklich gelungen ist.
Da möchte ich mich ausdrücklich bei den Partnerinnen und Partnern der Österreichischen Gesundheitskasse bedanken, insbesondere bei der Landesstellenausschuss-Vorsitzenden. Wir haben viele Stunden miteinander verbracht, um diese Planung wirklich auf diese großartige Art und Weise zu Stande zu bringen.
Welche Weiterentwicklungen sieht der Bereich jetzt also vor? - Wir erweitern den Bereich der sogenannten strukturierten Primärversorgung, wo wir vor allem auch chronischen Patientinnen und Patienten eine bessere Versorgungsleistung anbieten wollen, massiv. Wir wollen einen klaren Schwerpunkt auf Gesundheitszentren für die lokale Versorgung haben. Wir wollen einen klaren Ausbau der Angebote für Frauen, Kinder und Jugendliche im niedergelassenen Bereich. Wir wollen eine Forcierung der ambulanten tagesklinischen Leistungserbringung an Spitalsstandorten oder als dezentrale Spitalsstandorte, damit die Patientinnen und Patienten so rasch wie möglich wieder nach Hause in ihre vertraute Umgebung kommen können. Das entspricht auch ihrem dringenden Wunsch.
Gleichzeitig bauen wir die Bereiche Akutgeriatrie und Remobilisation aus, weil wir auch erkennen müssen, dass eine immer älter werdende Bevölkerung mit der hohen Geschwindigkeit des Spitalssystems einfach oft gar nicht mitkommt und mehr Zeit braucht, um wieder nach Hause entlassen werden zu können. Daher bauen wir auch diesen Bereich quasi antizyklisch aus mit mehreren Wochen Aufenthaltsdauer im Spital - zwei, drei oder vier Wochen -, in denen dann der Pflege- und Remobilisationsanspruch und nicht mehr die medizinische Behandlung im Vordergrund steht.
Wir werden die Sachleistungsstellen im ambulanten Bereich in Wien um 24 Prozent erhöhen. Da kommt ein Viertel der Leistungsfähigkeit des ambulanten Sektors dazu. Zwei Drittel der Stellen wird es in einer quasi erweiterten Primärversorgung geben.
Wir haben diesen Begriff der Primärversorgung erweitert, weil es auch Sinn ergibt, dass wir jene Gesundheitsdiensteanbieter als Primärversorgung verstehen, die direkt aufgesucht werden und auch aufgesucht werden sollen, also Allgemeinmedizin, Kindermedizin, Frauenmedizin und Zahnmedizin. Diese vier Bereiche sind in der Planung in unserem Primärversorgungsbegriff umfasst. Dort wird es zwei Drittel der zusätzlichen Stellen geben.
Insgesamt planen wir bis Ende 2030 169 regionale Gesundheitszentren. Das ist mehr als eine Verdoppelung des bereits bestehenden Systems. Das haben wir innerhalb von wenigen Jahren aufgebaut.
Ich erinnere mich noch, als wir 2020 gesagt haben, wir wollen auf 36 Primärversorgungszentren kommen. Da war das ein großes Mirakel. Wie wollen wir das schaffen? Wir sind in der Zwischenzeit auf 70 Gesundheitszentren und wollen bis Ende 2030 auf 169 ausbauen.
Das bedeutet zum Beispiel, dass wir Zentren für Frauenheilkunde haben wollen. Davon haben wir im Augenblick gar keines in Wien. Die gynäkologische Versorgung ist ein wirkliches Problem. Daher wollen wir bis 2030 neun Zentren für Frauenheilkunde in unserer Stadt haben. In der Kinder- und Jugendheilkunde geht es von 11 auf 14, davon sind vor allem in Grippezeiten sechs auch am Wochenende und am Feiertag geöffnet.
Wir wollen die tollen Erfahrungen, die wir mit dem Diabeteszentrum haben, ausbauen und von einem auf drei erweitern. Wir haben in Wien jetzt zwei Zentren für chronische Schmerzen. Diese wollen wir auf vier aufstocken.
Wir wollen neue Zentren - das wird ein bisschen experimentell werden - für Schrittmacher, Schilddrüse und ambulantes Operieren. Wie gesagt wollen wir die Primärversorgungszentren für Allgemeinmedizin auf 80 Zentren ausdehnen. Das heißt, in jedem Bezirk gibt es zumindest eines.
Wir wollen die Kinderzentren ausbauen. Die Zahl habe ich schon genannt. Wir wollen auch die Sachleistungsstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie erhöhen.
Hand in Hand erfolgt dazu natürlich dann die Schwerpunktsetzung im stationären Bereich, im tagesklinischen Bereich und im Remobilisationsbereich. Das bedeutet auch, dass wir im echten stationären Bereich um 800 Betten reduzieren werden.
Gleichzeitig findet aber der Aufbau in der Remobilisation statt. Wir haben zusätzliche 500 Betten für Akutgeriatrie und Remobilisation vorgesehen. Es wird dann in Wien fast 900 solcher Betten geben.
Wir wollen den tagesklinischen Bereich - ich habe vorhin schon erklärt, warum - auf zirka 1 000 ambulante Leistungspositionen für ambulante und tagesklinische Versorgung ausbauen, das heißt um rund 350 mehr als jetzt oder um 50 Prozent mehr, als wir im Augenblick haben. Das wird einer der Punkte sein, bei dem wir in der rollierenden Planung besonders darauf schauen werden, wie sich die Medizin weiterentwickelt und welche zusätzlichen Möglichkeiten das aufmacht.
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