Landtag, 5. Sitzung vom 19.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 6 von 43
Wir sehen aber auch in einem Spezialthema einen wachsenden Bedarf an stationärer Versorgung und stationären Betten, zum Beispiel in den Bereichen Neurologie, Psychologie, Sonderpflege, Pädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie. Auch da sind zusätzliche Betten vorgesehen.
Wir werden bei allen unseren Ausbildungsoffensiven festhalten - das betrifft die erhöhte Anzahl an Ausbildungsplätzen für Ärztinnen und Ärzte sowohl in der Allgemeinmedizin als auch in den Fächern, das betrifft die Schwerpunktsetzung, die wir im Bereich der Pflegeausbildung gemeinsam beschlossen haben: Wir werden im gesamten Leistungsvolumen der Ausbildung keine Abstriche machen.
Last, but not least brauchen wir diese Schwerpunktsetzungen natürlich auch im Bereich der medizinisch-technischen Dienste in den unterschiedlichen Fächern. Da wird es keinerlei Reduzierungen geben. Das brauchen wir, wenn wir das Leistungsniveau nicht nur erhalten, sondern erweitern wollen. Bei einer wachsenden Bevölkerung ist das notwendig. Daher sind wir auch zuversichtlich, dass diese Erweiterung durch zusätzliches Personal gut versorgt und bedient werden kann. - Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. - Die 1. Zusatzfrage wird von der Abg. Korosec gestellt. - Bitte.
Abg. Ingrid Korosec (ÖVP): Lieber Herr Landesrat! Einmal einen schönen guten Morgen! Danke für die ausführliche Information, die wir jetzt bekommen haben. Ja, der RSG ist sehr wichtig. Es wäre ein schöner Traum. Wenn wir das alles verwirklichen könnten, dann wäre das wunderbar. Dann bin ich dabei.
Ich bin natürlich skeptisch, weil ja jetzt auch nicht alles so gelungen ist, wie wir das vorgehabt haben. Da haben wir nicht alles erreicht. Daher hoffe ich natürlich, dass vieles gelingt, bin aber nicht so überzeugt, dass wirklich alles gelingt. Man soll sich aber auch viel vornehmen. Das ist ganz richtig.
Ich habe mir das natürlich angeschaut. Da ist mir aufgefallen: In Wien ist die Prävention im Besonderen ziemlich schlecht. Sie haben sie jetzt eigentlich nicht erwähnt. Wir haben laut Statistik Austria die schlechtesten Zahlen von ganz Österreich. Sie wissen es, ich weiß es, wir wissen es.
Jetzt ist meine Frage nach Ihrer wirklich tollen Ausführung, was alles machbar sein wird und machbar sein soll, eigentliche eine sehr profane. Ich frage ganz einfach: Was haben Sie gerade in der Prävention vor? Denn das ist ja eigentlich das Wichtigste. Ich sage immer: Wenn man auf die Welt kommt, soll man mit der Prävention anfangen. Was haben Sie in Wien gerade in dem Bereich für die nächsten Jahre vor?
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Herr Landesrat, bitte.
Amtsf. StR Peter Hacker: Ich habe viele meiner Bausteine für meinen Vortrag wieder canceln müssen. (Heiterkeit beim Redner.) Ich hätte jetzt also wahrscheinlich locker zwei Stunden reden können. Darunter fällt auch dieses Kapitel Prävention und Vorsorgemedizin.
Ich denke, wir haben sehr gute Systeme in der Prävention, was die Wiener Gesundheitsförderung betrifft, die, wie ich glaube, zu unser aller Zufriedenheit auch in der Primärprävention einen wirklich tollen Job macht. Ich glaube, dass wir alle von den Weiterentwicklungen und den inhaltlichen Diskussionen und Vorschlägen auch im Bereich der Frauengesundheit begeistert sind. Ich glaube, dass wir mit dem Frauengesundheitsbeirat ein fantastisches Instrument geschaffen haben, bei dem wir wirklich alle Themen aufgreifen, die Frauen betreffen. Das betrifft vor allem auch den Bereich der Prävention.
Ich persönlich glaube - ich mache dafür auch in den Diskussionen und auf der österreichischen Strukturebene, also in der Bundeszielsteuerung, viel Werbung -, dass wir in den nächsten Jahren einen noch konzentrierteren Fokus auf der Vorsorgemedizin haben müssen.
Das ist dann nicht mehr Primärprävention. Da geht es nicht um die Frage von Essensgewohnheiten und Aufklärung und darum, bei den Kindern daran zu arbeiten, dass die Kariesbelastung noch immer viel zu hoch ist. Sondern da geht es dann schon wirklich in die Vorsorgemedizin. Da geht es um die Frage von regelmäßigen Untersuchungen. Da geht es um den Fokus auf Gesundenuntersuchungen.
Ich persönlich bin der Meinung, dass wir da in Österreich die Schlagzahl noch weiter erhöhen können. Das ist etwas, was auch nur gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse geht. Das können wir als Bundesländer nicht allein machen. Ich bin aber gar nicht unzuversichtlich, dass es uns gelingt, in den Fragen der Vorsorgemedizin und der Gesundenuntersuchungen weitere Fortschritte zu machen.
Es gibt eine Diskussion über die Weiterentwicklung des Eltern-Kind-Passes, wie wir wissen. Das ist in Wirklichkeit auch ein Teil für eine spezifische Gruppe. Ich bin aber auch der Meinung, dass wir in den unterschiedlichen Vorsorgebereichen, wie zum Beispiel Darmkrebs, Weiterentwicklungen zu Stande bringen müssen.
Sie wissen, dass wir seit mehreren Jahren einen - ich lasse das Adjektiv jetzt weg (Heiterkeit beim Redner.) - Konflikt mit der Ärztekammer haben. Wir haben in der Zwischenzeit bis zur letzten Instanz alles gewonnen. Ich bin also nach wie vor zuversichtlich, dass es uns irgendwann einmal gelingen kann, dieses Darmkrebsvorsorgeprogramm so wie geplant wienweit zur Ausrollung zu bringen. Das ist zum Beispiel so ein Baustein.
Das Gleiche gilt natürlich für Fragen der Onkologie. Ich bin der Meinung, dass wir wieder eine starke Initiative zum Thema Brustkrebs brauchen. Da haben wir so fantastische Fortschritte gemacht. Es ist aber einfach möglich, dafür noch stärker Werbung zu machen. Da brauchen wir aber den Schulterschluss mit der Österreichischen Gesundheitskasse. Die ist im Augenblick, wie wir wissen, auch in keiner rosigen finanziellen Situation. Daher ist es im Augenblick schwierig. Ich gebe Ihnen aber recht, darauf gehört ein starker Fokus.
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. - Die 2. Zusatzfrage kommt von Frau Abg. Huemer. - Bitte.
Abg. Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Auch von mir einen schönen guten Morgen, Herr Landesrat! Vielen
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