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Landtag, 5. Sitzung vom 19.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 16 von 43

 

anderen Bundesländern zusätzlich auch wachsen. Das heißt, wir verzeichnen einen besonders starken Bedarfsanstieg. Trotz allem ist das eine herausfordernde Situation für die, die über Sondervertrag angestellt sind, aber auch für das gesamte Schulsystem, für die Bildungsdirektion, die mittlerweile jedes Jahr Bewerbungsprozesse abwickeln muss, und das sind seit ein paar Jahren tausende pro Jahr. Das sind einfach Dimensionen, die es die Jahre zuvor nicht gegeben hat.

 

Wie gesagt, das wäre auch prognostizierbar gewesen. Deswegen möchte ich wirklich allen, die in diesem Schul- und Bildungsgefüge daran arbeiten, dass dieses System noch gut funktioniert trotz eines so starken Lehrkräftemangels, herzlich danken für ihren Einsatz, weil da wirklich Großartiges auf die Beine gestellt wird.

 

Wir haben jetzt im Herbst auch wieder gesehen, was wir an zusätzlichen Lehrpersonen einstellen mussten, wie viele Bewerbungsprozesse da dahinterliegen. Das hat wunderbar geklappt. Aber ich möchte auch den Lehrpersonen danken, die an der Schule sind, die die neu Hinzugekommenen herzlich empfangen. Ich führe viele Gespräche, jetzt auch gerade im Zuge von Teach for Austria. Da gibt es ein gutes Miteinander, weil alle genau wissen, da geht es um Bildung, um die Zukunft für die Kinder, die dort sind, sie möchten ihnen das Beste mitgeben. Das ist einfach ein schönes Gefühl, das man da spürt, und dafür mein herzlicher Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Zwei Sätze wollte ich vielleicht noch sagen, nämlich was ich in Zukunft sehe. Da sehe ich schon prinzipiell zwei Ziele, das ist ja auch die Richtung, in die wir uns in den letzten Jahren schon bewegt haben: Einerseits brauchen wir Lehrerinnen und Lehrer, und es ist auch klar, dass wir top ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer brauchen und an die Schulen bringen müssen, denn wir brauchen die besten Köpfe in unseren Schulen. Es ist ein sinnstiftender und ein schöner Beruf, aber auch eine herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe.

 

Ich glaube, wir müssen einfach diesen Schwung wieder mitnehmen, der sich jetzt ja auch ein bisschen durch das verkürzte Lehramtsstudium ergeben hat. Es steigen auch in Wien erstmals wieder die Neuinskriptionen für das Lehramt in der Primarstufe, das sind gute Entwicklungen. Ich glaube schon, dass wir mit den Bemühungen der letzten Jahre wieder ein bisschen Schwung in die Sache gebracht haben, um ein bisschen abzufedern, was uns vor allem durch die Pensionierungswelle an Lehrkräften verloren geht.

 

Trotzdem bin ich auch davon überzeugt, dass wir Schulen für Expertise von außen weiter öffnen können und auch sollen. Das hat sich in so vielen Fällen bewährt, weil es zusätzliche Expertise und bereichernd ist, nicht nur für die Kinder, sondern auch für Lehrpersonen, die schon lange an der Schule sind. Es ist einfach so, dass Menschen nicht mehr 45 Jahre in einen Beruf gehen, also quasi eine abgeschlossene Ausbildung haben, diese Arbeit dann 45 Jahre lang machen und in Pension gehen. Da hat sich unsere Gesellschaft einfach massiv geändert. Darauf müssen wir im gesamten Bildungskontext vorbereitet sein und uns dementsprechend anpassen.

 

Deswegen ist es, glaube ich, genauso wichtig, aber auch ganz klar, dass jeder Quereinstieg eine zusätzliche pädagogische Qualifikation verlangt, die definitiv unumgänglich ist. Das ist überhaupt keine Frage. Aber das es auch Neuzugänge gibt zum Lehrerberuf, ist, glaube ich, auch offensichtlich, und dem müssen wir nachgehen und entsprechend handeln. - Danke. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Die 1. Zusatzfrage kommt von Herrn Abg. Zierfuß. - Bitte.

 

10.27.02

Abg. Harald Zierfuß (ÖVP): Vielen Dank für die Beantwortung. Man kann darüber streiten, welche Entwicklungen absehbar waren und welche nicht. Eine, die auf jeden Fall absehbar ist, ist, dass man in der Bildungsdirektion sicher auch mehr Personal braucht, um entsprechende Verträge aufzusetzen oder Ähnliches, um Lohnverrechnung zu machen, wo einige Personen oft monatelange warten, dass sie richtig eingestuft werden. Ich höre teilweise von jahrelangem Warten. Es gab ja die Umstellung von MA 2 auf Bildungsdirektion, das Personal ist nicht mitgewandert. Da gibt es durchaus Handlungsbedarf, auch mit den Rahmenbedingungen, die Sie schon ausgeführt haben, mit tausenden neuen Bewerbungen und tausenden Leuten, die neu einzustufen sind, mit Sonderverträgen sicher auch schwieriger, glaube ich.

 

Da wäre durchaus ein Handlungspotenzial, dass man für die notwendigen Planstellen sorgt, um diese Arbeit abzuwickeln. Sie haben das geschildert mit den Sondervertragszahlen und den vielen Studenten, die in den Klassen stehen - mitten aus dem Studium heraus direkt in die Klasse hinein. Da ist das wahrscheinlich nicht der motivierendste Start, wenn man dann gleich damit konfrontiert ist, dass kein Vertrag da ist, keine Einstufung, die richtig ist, vielleicht das Geld noch viel zu spät kommt. Das sind alles Dinge, die aus meiner Sicht abschreckend wirken. Das ist bei all dieser Probleme, die wir zu lösen haben, wahrscheinlich das Einfachste, dass wir da für die nötigen Planstellen sorgen.

 

Was ich aber fragen wollte, ist im Wesentlichen: Wenn wir jetzt die Sondervertragszahlen wissen, können Sie mir sagen, wie viele davon Studentinnen und Studenten sind, die in den Klassen stehen?

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Bitte um Beantwortung.

 

Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Vielleicht vorneweg: Ja, definitiv, wir haben auch in der Bildungsdirektion das Thema, dass wirklich viel abgewickelt wird, alleine wenn ich an diesen Sommer denke. Das löst aber das Problem des LehrerInnenmangels prinzipiell nicht, weil wir einfach wissen, wir haben auch zu wenig ausgebildete LehrerInnen, die überhaupt verfügbar wären. Das ist dann ein zweiter Schritt. Ich sehe den Konnex nicht tatsächlich, aber es ist natürlich auch ein Handlungsfeld, das es zu lösen gilt.

 

Aber trotzdem, gerade die Wiener Bildungsdirektion hat diesen Sommer wirklich Unglaubliches geleistet und hatte auch den richtigen Zugang mit der zusätzlichen Ausschreibung. Ich möchte auch die Gelegenheit nutzen,

 

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