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Landtag, 5. Sitzung vom 19.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 17 von 43

 

noch einmal danke zu sagen, weil das so großartig funktioniert hat. Wir alle, die im Schul- und Bildungskontext zu tun haben, wissen, es ist im Sommer immer so ein bisschen die Situation, dass man die Zahlen nur tagesaktuell kennt, nicht so recht weiß, wie viele brauchen wir wirklich, das ist immer so eine knappe Geschichte. Das hat diesen Sommer so gut geklappt, dafür möchte ich mich wirklich herzlich bei allen Beteiligten bedanken. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Die Frage war jetzt konkret, wie viele davon noch Studierende sind. Die konkrete Zahl habe ich momentan nicht mit.

 

Aber ich habe es noch aus der Anfragenbeantwortung, glaube ich, welche wirklich qualifizierter Quereinstieg davon sind. Ich suche gerade die Zahl … Mit Stichtag 1. September 2025 waren 433 davon qualifizierte Quereinsteiger, die man noch einmal trennt in Sondervertrag und Quereinstieg. Um das aufzuklären - Sonderverträge gibt es hauptsächlich für Personen, die ihr Studium noch nicht ganz abgeschlossen haben, die in weiteren Qualifizierungsmaßnahmen sind. Aber wie viele Studenten und Studentinnen sind, dazu habe ich die Zahl leider nicht. Ich könnte versuchen herauszufinden, ob man die erheben kann. Ich kann es mir gerne mitnehmen. Die Zahl habe ich leider nicht.

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Die 2. Zusatzfrage kommt von Frau Abg. Bernecker-Thiel. - Bitte.

 

10.30.53

Abg. Dr. Arabel Bernecker-Thiel (NEOS): Teach for Austria wurde bereits erwähnt. Das ist jetzt seit September auch für Volksschulen verfügbar. Gibt es dazu schon erste Erfahrungen?

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Bitte um Beantwortung!

 

Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Vielen Dank für die Frage. Teach for Austria ist seit vielen Jahren ein sehr bewährter Partner im Bildungssystem, nicht nur in Wien, sondern auch in den Bundesländern. An und für sich kommt es aus Amerika und ist über andere europäische Länder bei uns aufgeschlagen, weil man einfach gesehen hat, dass das Bildungssystem Expertise von außen braucht und neue Zugänge. Es ändert sich unsere Gesellschaft, die Bildungslandschaft, es ändern sich die Lebensumstände und Lebensrealitäten von Schülerinnen und Schüler, und es ändert sich vor allem auch der Zugang zum Beruf.

 

Deswegen hat man mit diesem Quereinstieg begonnen und vor allem auch, weil man gesagt hat, in besonders herausfordernden Schulen ist es gut, wenn ich dort eine solche Lehrkraft habe. Unser Schulsystem ist über viele Jahrzehnte gewachsen, so wie es ist. Gerade da, wo ich Bedarf habe, um Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, weil sie zu Hause nicht die notwendigen Möglichkeiten oder sonst intensiveren Betreuungsbedarf haben, ist man hingegangen und hat gesagt: Ja, es gibt Menschen, die aus anderen unterschiedlichsten Berufsfeldern kommen, die unterstützen in der Schule direkt oder die Lehrkraft direkt. Nur ein abgeschlossenes Studium müssen sie haben.

 

In der Volksschule ist es so, dass wir seit September einen Pilotversuch haben. Da sind in diesem Schuljahr 18 Fellows in den Volksschulen tätig. Wichtig ist zu wissen, dass das keine klassenführenden Lehrerinnen und Lehrer sind, sondern sie werden als Teamlehrerinnen und Teamlehrer eingesetzt. Das heißt, sie unterstützen tatsächlich die Hauptlehrerin in der Klasse, wenn es darum geht, eine besondere Aufgabe mit einzelnen Kindern zu machen, wenn Kinder spezielle Leseförderung brauchen oder zusätzliche Unterstützung beim Rechnen und so weiter und so fort. Sie sind unterstützend für die Lehrkraft eingesetzt. Es gibt in der Primärstufe bis jetzt kein vergleichbares Modell.

 

Ich habe vor einigen Wochen eine Volksschule besucht, wo eine Teach-for-Austria-Lehrkraft tätig ist, ein Fellow. Ich habe mir auch ein bisschen die Unterrichtseinheit angeschaut, das hat wunderbar funktioniert. Vor allem aber war mir wichtig, mit der Direktorin zu sprechen, aber auch mit der klassenführenden Lehrkraft, die mir auch gesagt haben: Ja, es ist einfach gut, zu zweit in einer Klasse stehen zu dürfen, weil man sich Sachen aufteilen kann, weil man sie zuweisen kann, weil es besondere Unterstützung gibt für Kinder, die es mehr brauchen. Das ist einfach eine Riesenentlastung für die klassenführende Lehrkraft und wird wirklich gut angenommen.

 

Vielleicht auch noch zur Info: Was müssen diese Teach-for-Austria-Lehrkräfte oder Fellows schon am ersten Tag können? - Sie müssen ein abgeschlossenes Studium haben, und sie haben während der zwei Jahre, wo sie im Einsatz sind, ein Begleitprogramm kombiniert mit pädagogischer Weiterbildung, aber auch mit persönlichem Coaching, mit Leadership-Training. Und sie werden dabei unterstützt, laufend im Unterreicht zu reflektieren, um sie zu begleiten und zu stärken. Wie gesagt, sind sie Teamlehrkräfte, führen keine Klassen, und der genaue Einsatz variiert dann je nach Standort, je nachdem, wo Schulen mit eben besonderen Herausforderungen sind, oder sie besonders gebraucht werden.

 

Ich glaube, prinzipiell ist das ein super Pilotprojekt. Es wird auch wissenschaftlich evaluiert. Es muss natürlich sichergestellt sein, dass es einen Nutzen gibt, eine Wirkung, die ankommt bei den Schülerinnen und Schülern, aber auch in der Entlastung der jeweiligen klassenführenden Lehrkräfte. Je nachdem, wie die Evaluierung ausgeht, bin ich dann offen dafür, dass wir dieses Programm auch weiterführen. - Danke.

 

Präsident Anton Mahdalik: Die 3. Zusatzfrage wurde von Frau Abg. Malle gestellt. - Bitte sehr.

 

10.35.14

Abg. Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE): Nochmals guten Morgen, Frau Landesrätin. Danke auch von meiner Seite für die Beantwortung und die konkrete Zahl. Ich hätte folgende Frage: Mir ist schon bewusst, dass vieles in dem Bereich auch in der Bundeskompetenz liegt, aber meine konkrete Frage wäre, auch wenn wir in diesem Haus schon ganz oft darüber diskutiert haben: Was tut Wien ganz konkret, um den Lehrberuf wieder zu attraktivieren, um mehrere dafür zu begeistern, LehrerIn zu werden?

 

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