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Landtag, 5. Sitzung vom 19.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 18 von 43

 

Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage - eine Frage, die uns alle immer umtreibt. Wie bekommen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer? - Die letzten Jahre waren auch von Seiten dieses Hauses geprägt davon, dass wir Sachen vom Bund gefordert haben, auch zu Recht. Ich bin froh, dass jetzt einiges in die Umsetzung kommt. Das ist die Unterstützung an den Schulen direkt. Da gibt es verschiedenste Kompetenzbereiche, wo Wien direkt wirken kann, wo es auch - und das sage ich trotzdem immer - gemeinsam gehen muss, wo mit dem Bund alle Bundesländer gemeinsam an einem Strang ziehen.

 

So ein Beispiel ist die Deutschförderung - der Deckel in der Deutschförderung, wie er in den letzten Jahren der Fall war. Der hat einfach dazu geführt, dass nicht jedes Kind die entsprechende Deutschförderung erhält. Das ist natürlich kontraproduktiv, und da bin ich sehr froh, dass der verdoppelt wurde für die Wiener Schulen und wir in Zukunft wirklich sicherstellen können, dass jedes Kind die entsprechende Deutschförderung erhält.

 

Es sind aber zum Beispiel auch pädagogische Administratoren, damit Schulleitungen entlastet werden, aber auch ein Chancenbonus, der in Aussicht gestellt wird, also etwas, das wir gemeinsam als Parteien immer wieder gesagt haben: Es braucht einen Chancen-Index. Das war damals auch das Stichwort, um quasi Schulen, die besondere Herausforderungen haben, stärker zu unterstützen.

 

Was wir als Wien zusätzlich machen können und konnten und in den letzten Jahren getan haben, und wo wir weiter daran arbeiten werden, ist einerseits das administrative Unterstützungspersonal. Das wurde auf die gesamten allgemeinen Pflichtschulbereiche ausgerollt. Es hat mittlerweile jede Schule ein Schulsekretariat. Die großen Schulen haben wir aufgestockt auf einen Ganztagesplatz.

 

Es gibt die Wiener Bildungschancen als externe Angebote, es gibt Programme wie "Respekt: Gemeinsam stärker" oder das Wiener Bildungsversprechen. Also überall da, wo Schulen Unterstützung brauchen, schauen wir, Schule zu stärken, mit Zusatzpersonal abseits von Lehrerplanstellen, die ja nicht ganz in unserer Hand liegen, und mit Programmen hineinzugehen.

 

"Respekt: Gemeinsam stärker" ist, glaube ich, bekannt. Wir haben jetzt mittlerweile den vierten Durchgang gestartet. Es sind wieder zehn Schulen mit dabei. Ich weiß schon, das ist ein Programm, das gilt immer nur für eine gewisse Anzahl von Schulen, aber es ist dort so wirksam. Wenn wir konsequent diesen Schritt weitergehen und immer bei den Schulen anfangen, die es besonders brauchen, kommt das auch in eine gute Wirksamkeit.

 

Das Bildungsversprechen ist ähnlich gelagert und gilt ganz besonders Schulen, die besondere Unterstützung brauchen, die große Herausforderung haben. Die Schulleitungen werden mit Coaching, aber auch mit zusätzlichem Personal und mit zusätzlichen finanziellen Mitteln unterstützt, damit sie sich weiterentwickeln können.

 

Zusätzlich gibt es im Rahmen der Bildungschancen und auch in Kooperation mit den unterschiedlichsten Playern Gewaltpräventionsprogramme. Cult ist da sehr stark in den Schulen.

 

Dann die Schulkooperationsteams der MA 11, die noch neu geschaffen wurden, die FiSch-Klassen, Eltern-Kind-Klassen, wo auch im Bereich der schwierigen Fälle Kinder aus der Klasse genommen werden, und wo gemeinsam mit ihren Eltern gearbeitet wird. Aber auch zum Beispiel die multiprofessionellen Teams, die im letzten Jahr erst an die Schulen gekommen sind, sind ein Beitrag aus der Wiener Perspektive, um unseren Kompetenzbereich zusätzlich zu unterstützen, so wie jetzt auch die School Nurses fix etabliert sind nach einer Pilotphase, die sehr erfolgreich gelaufen ist.

 

Das sind kleine Bausteine, und ich weiß, dass wir gestern über die Bildungschancen diskutiert haben, wo es geheißen hat, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein oder nicht einmal das, es verfehlt den heißen Stein. Ich muss wirklich sagen, es hat mich ein bisschen enttäuscht. Wobei, enttäuscht brauche ich nicht zu sein.

 

Wenn man die Kinder und die Lehrer gerade zu diesem Programm anhört, mit dem sie jetzt Möglichkeiten haben, die es vorher einfach nicht gegeben hat, weil es immer davon abhängig war, ob die Klasse, der Elternverein das zahlen kann oder nicht, oder ob sich irgendwer dafür einsetzt, dass etwas passiert, weiß man, das Programm kommt bei jedem Kind an.

 

Und ist es noch so klein und noch so wenig, das bringt tatsächlich etwas und freut einfach im schulischen Kontext so sehr, wo wir so problembehaftet in der Diskussion sind, weil die Herausforderungen so groß sind. Da würde ich sagen, das hat eine große Wirkung, ist kein Tropfen auf den heißen Stein.

 

So muss man diese ganzen Programme auch sehen: Sie sind Bausteine, die wir aus der Wiener Politik heraus in unseren Kompetenzbereich liefern, wo wir unterstützen können. Das wird sicher weitergehen mit zusätzlichen Programmen. Wir müssen uns immer an die Herausforderungen unserer Zeit anpassen.

 

Ich glaube, von dem her ist es ein guter Weg, den wir durch die Schritte der letzten Jahre in Bezug auf den Lehrerinnen- und Lehrermangel gehen, auch mit dem Quereinstieg, dem verkürzten Studium und mit den vielen Unterstützungsmaßnahmen, die es mittlerweile an Schulen gibt. Man muss sich vorstellen, dass es vor vielen Jahren keine multiprofessionellen Teams an den Schulen gab, keine School Nurses, kein Sekretariat und, und, und. Da hat sich viel getan in den letzten Jahren. Ich glaube auch, dass das dazu beiträgt, dass wieder mehr Personen Lehrerinnen und Lehrer werden und diesen wunderschönen Beruf ausüben werden. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Präsident Anton Mahdalik: Die 4. Zusatzfrage wird von Herrn Abg. Blind gestellt. - Bitte.

 

10.41.29

Abg. Armin Blind (FPÖ): Sie haben auf die Anfrage der ÖVP die Zahlen genannt und auf die Frage der GRÜNEN hin auch dargestellt, wie der Lehrerberuf attraktiviert werden soll. Ich glaube aber, es ist Konsens, dass der Lehrerberuf in Wien über die Zeit insgesamt nicht attraktiver geworden ist. Das heißt, es ist schwieriger geworden, Lehrer zu sein. Sie haben ja auch selbst

 

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