Landtag, 6. Sitzung vom 12.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 22 von 39
es mit der FPÖ niemals spielen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Wenn wir heute in der Aktuellen Stunde über die Wiener Tourismusstrategie sprechen, dann reden wir nicht über irgendein Nice-to-have, sondern über einen ganz zentralen Motor für Beschäftigung, Wertschöpfung und soziale Sicherheit in dieser Stadt. Der Titel der Aktuellen Stunde enthält zwei wichtige und konkrete Aussagen. Erstens: Wir haben eine klare, durchgedachte Strategie, und wir setzen diese um. Und zweitens: Diese Strategie wirkt. Sie wirkt auf den Arbeitsmarkt, auf den Wirtschaftsstandort und vor allem auf die internationale Position Wiens.
Lassen Sie mich das mit Zahlen und vor allen mit Menschen füllen! Das Jahr 2024 war für Wiens Visitor Economy das beste Jahr aller Zeiten. Wir hatten 18,9 Millionen Nächtigungen, das sind plus 9 Prozent im Vergleich zu 2023 und plus 7 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019. Und diese Entwicklung setzt sich auch heuer fort: Von Jänner bis Oktober 2025 verzeichnen wir in Wien bereits 16,2 Millionen Nächtigungen, das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr und 11 Prozent mehr als 2019. Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern ganz konkrete Beweise dafür, dass unsere Strategie wirkt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Und wenn wir über den Tourismus sprechen, sprechen wir im Kern - ich habe es schon angesprochen - auch über Arbeitsplätze. Im Bereich Tourismus gibt es in Wien 50 600 Vollzeitäquivalente, das sind mehr als 5,2 Prozent der Wiener Gesamtbeschäftigung. In der Freizeitwirtschaft kommen noch einmal 64 200 Vollzeitäquivalente hinzu. In Summe sprechen wir hier von 114 800 Vollzeitäquivalenten, das sind 11,8 Prozent der Wiener Gesamtbeschäftigung. Oder anders gesagt: Jeder neunte Vollzeitjob hängt an der Tourismus- und Freizeitwirtschaft.
Und weil wir wissen, dass es vor allem auch in diesen Bereichen wichtig ist, gut ausgebildetes Personal vorzufinden, haben wir in Zeiten von Corona, 2021, ein großes Maßnahmenpaket in der Höhe von 18,6 Millionen EUR beschlossen, mit dem wir Betriebe der Hotellerie, der Tourismus-, der Gastrowirtschaft und vor allem der Freizeitwirtschaft unterstützen, und haben für jeden in diesen Bereichen aufgenommenen Lehrling das komplette Lehrlingseinkommen im ersten Lehrjahr übernommen. Damit entlasten wir Unternehmen, damit schaffen wir vor allem die Möglichkeit, dass sich junge Menschen gescheit ausbilden lassen können. Wir sichern langfristig Fachkräfte, die wir in der Tourismus-, der Freizeitwirtschaft und in vielen anderen Branchen dringend benötigen. Und dieses Modell zeigt eindeutig, wie wir in der Stadt Arbeitsmarktpolitik verstehen und auch umsetzen.
Und genau hier wird auch der Unterschied zu vielen Parteien, insbesondere zur FPÖ, ganz klar hervorgehoben. Wer Lehrlinge diffamiert, wer Menschen mit Migrationshintergrund pauschal abwertet und jede arbeitsmarktpolitische Maßnahme kritisiert und nicht unterstützt, der versucht, den Arbeitsmarkt zu schwächen. (Abg. Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Habe ich Lehrlinge diffamiert? Das ist eine unseriöse Art!) Während wir mit gezielten Investitionen Lehrstellen sichern, Unternehmen unterstützen und reale Jobs schaffen, bietet die FPÖ leider immer nur Schlagworte, aber keine Lösungen. Tourismus braucht Fachkräfte, Respekt und Perspektiven, keine Spaltung. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Sehr geehrte Damen und Herren, die Wiener Tourismusstrategie ist ein wirtschafts-, arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisches Instrument, das ganz konkret Wertschöpfung von über 5 Milliarden EUR erzeugt, jeden neunten Vollzeitjob in dieser Stadt sichert, Menschen mit Migrationshintergrund reale Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet, Wien zur Kongressmetropole Nummer 1 weltweit macht und gleichzeitig die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener in den Mittelpunkt stellt. Und genau deswegen steht Wien dort, wo es heute steht, nämlich auf Platz 1, und vor allem, weil Tourismus nicht Problem ist, sondern Teil der Lösung für Beschäftigung, Wachstum und Lebensqualität. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Präsident Anton Mahdalik: Die Aktuelle Stunde ist beendet.
Bevor wir zur Erledigung der Tagesordnung kommen, gebe ich gemäß § 15 Abs. 2 der Geschäftsordnung bekannt, dass von Landtagsabgeordneten des GRÜNEN Klubs im Rathaus drei und des ÖVP-Klubs der Bundeshauptstadt Wien drei schriftliche Anfragen eingelangt sind. Vor Sitzungsbeginn ist von Landtagsabgeordneten des Klubs der Wiener Freiheitlichen ein Antrag eingelangt. Den Fraktionen wurde der Antrag schriftlich bekannt gegeben, die Zuweisung erfolgt wie beantragt. Die Abgeordneten Abrahamczik, Trinko, Spitzer, Meidlinger, Arapović, Pipal-Leixner haben am 24. November 2025 gemäß § 30b der Geschäftsordnung eine Gesetzesvorlage betreffend ein Gesetz, mit dem die Dienstordnung 1994, die Besoldungsordnung 1994, die Vertragsbedienstetenordnung 1995, das Wiener Bedienstetengesetz, die Pensionsordnung 1995, das Ruhe- und Versorgungsgenusszulagegesetz 1995, das Wiener Bezügegesetz 1995, das Wiener Bezügegesetz 1997, das Wiener Verwaltungsgericht-Dienstrechtsgesetz und das Wiener MitarbeiterInnenvorsorgegesetz geändert werden, eingebracht. Dieser Antrag wurde dem Ausschuss für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal zugewiesen.
Postnummer 1 betrifft die Lesung der Vorlage eines Gesetzes, mit dem die Dienstordnung 1994, die Besoldungsordnung 1994, die Vertragsbedienstetenordnung 1995, das Wiener Bedienstetengesetz, die Pensionsordnung 1995, das Ruhe- und Versorgungsgenusszulagegesetz 1995, das Wiener Bezügegesetz 1995, das Wiener Bezügegesetz 1997, das Wiener Verwaltungsgericht -Dienstrechtsgesetz und das Wiener MitarbeiterInnenvorsorgegesetz geändert werden. Berichterstatter hierzu ist der Herr Amtsf. StR Czernohorszky. Ich bitte ihn, die Verhandlung einzuleiten.
Berichterstatter Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Sehr geehrter Herr Präsident! Gratulation zur Verlesung dieses sehr komplizierten Titels! Ich bitte um Diskussion und Zustimmung.
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