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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 15.12.2006, Wörtliches Protokoll  -  Seite 44 von 129

 

auf einmal die Hand oben! Das verstehe ich nicht. Aber das soll nicht mein Problem sein, das soll dann vielleicht Kollege Parzer erklären. (GR Alfred Hoch: ... kein Problem!) Er wird also kein Problem damit haben.

 

Der zweite Grund ist folgender. In diesem Plandokument ist auch die Trasse für zwei Straßenbahn-Linien vorgesehen und freigehalten; das war auch schon im vorigen Plandokument so enthalten. Wir halten aber beide Straßenbahnlinien - auch wenn ich der zweite Pressesprecher von StR Schicker bin - nicht für intelligent, wie ich überhaupt die Straßenbahnplanung im Nordosten Wiens für ausgesprochen fehlerhaft halte.

 

Zum Ersten gilt das für die Straßenbahnlinie 16, die, glaube ich, von Großjedlersdorf über Kagran, Stadlau und praktisch (GR Robert Parzer: Der 26er!) - nein, der 25er, Robert (GR Robert Parzer: 16er!) -, praktisch dann den 25er ersetzen soll und weiter verlängert werden soll über Eßling nach Groß Enzersdorf - ein Steckenpferd von Kollegen Dampier, schon seinerzeit als Bezirksvorsteher-Stellvertreter. Er hat mir bis heute nicht schlüssig erklären können, wie er das im Raum Eßling bewerkstelligen will. (GR Robert Parzer: Das gibt es nicht mehr! Das ist schon weg!)

 

Denn es gibt auch dort eine Situation - wer es kennt: Das ist ein extrem enger Ortskern, es sind schon in den letzten Jahren einige Parkplätze verloren gegangen. Weil man den Ortskern nicht untertunneln will - dann habt ihr aber die GRÜNEN dort sitzen, die finden sicher irgendeinen Grund dafür, sich dort hinzusetzen -, und weil man die Straßenbahnlinien nicht außerhalb des Ortes vorbeiführen will - was wenig Sinn macht, und auch dort sind die meisten Bereiche schon verbaut, da wurde keine Trasse festgehalten -, haben wir bis heute noch keine befriedigende Antwort bekommen, wie der Ortskern Eßling mit einer leistbaren Variante durch- oder unterfahren werden soll.

 

Die zweite Straßenbahnlinie soll durch Hirschstetten führen, durch die großen Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien wie Prinzgasse, Pirquetgasse, Quadenstraße. Hier sagen wir ebenfalls seit Jahr und Tag: Wir wollen diese Linie nicht, wir halten sie für unintelligent, man soll stattdessen das Busnetz, akkordiert mit dem U-Bahn-Ausbau, verdichten und weiter ausbauen. Denn was wird man mit dieser Straßenbahnlinie schlussendlich erreichen? Gerade im dicht verbauten und dicht verparkten Gebiet um Prinzgasse, Pirquetgasse, Quadenstraße werden noch weniger Parkplätze vorhanden sein. Wo sollen sich die Leute mit ihren Autos hinstellen? Darauf hat mir auch noch kein SPÖ-Mandatar eine befriedigende Antwort anbieten können.

 

Aus ebendiesen Gründen werden wir von der Freiheitlichen Fraktion dieses Plandokument auch ablehnen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Ich habe jetzt auf der Rednerliste Herrn GR Mag Chorherr. (Ruf bei den GRÜNEN: Gestrichen!) Er ist gestrichen. Damit kommen wir schon zu Frau GRin Schrödl. Ich erteile ihr als nächster Rednerin das Wort.

 

GRin Karin Schrödl (Sozialdemokratische Fraktion des Wiener Landtages und Gemeinderates): Herr Vorsitzender! Herr Berichterstatter! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich bin schon ein bisschen verblüfft über die FPÖ, weil sie einem Plandokument, das das Gebiet Kagran-West betrifft, nicht zustimmt, sondern in Eßling und Hirschstetten lieber eine Buslinie als eine Straßenbahn hätte.

 

Auch finde ich es sehr erstaunlich, dass dem Kollegen Mahdalik erst jetzt auffällt, dass die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Kagran-West verschwindet. Tatsächlich ist schon Anfang der 90er Jahre festgestellt worden, dass im Bereich Kagran der Bedarf an Wohnungen und Büros mit mittlerer Bauklasse in Blockbebauung nicht mehr abgedeckt werden kann. Eine Komprimierung der Bausubstanz in U-Bahn-Nähe und auf infrastrukturell reich aufbereitetem Boden ist die Antwort auf den sonst enormen Landverbrauch.

 

Mit Kagran-West wurde, wie gesagt, bereits ab Mitte der 90er Jahre ein U-Bahn-naher, durch B3 und B8 auch für den Individualverkehr gut zu erreichender neuer Ortsteil geschaffen. Alle wichtigen Komponenten des Lebens - Wohnung, Büros, Schulen, Soziales, Nahversorgung und ausreichende Grünräume - sind dort vorhanden. In wenigen Minuten erreicht man nicht nur die U-Bahn, sondern auch das Donauzentrum.

 

Es ist dort eine hochwertige Wohngegend mit großzügigen Epk-Flächen geschaffen worden. Es gibt eine gute Anbindung durch die Straßenbahn, und durch den mehr als 30 m breiten Straßenquerschnitt in der Tokiostraße sind alle Gestaltungsmöglichkeiten offen - Straßenbahn oder nicht Straßenbahn, Kollege Mahdalik! Durch den in unmittelbarer Nähe entstehenden China-Technologiepark wird es hoffentlich noch mehr Menschen möglich werden, in der unmittelbaren Nähe ihres Wohnsitzes auch zu arbeiten.

 

Kagran-West ist ein Musterbeispiel für die Stadt der kurzen Wege, und meine Fraktion wird diesem Plandokument gerne zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Günther Reiter: Zum Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist somit geschlossen.

 

Der Herr Berichterstatter hat das Schlusswort.

 

Berichterstatter GR Karl Dampier: Ganz kurz nur eine Bemerkung zum Inhaltlichen, warum dort so gewidmet werden soll, nämlich doch eher städtisch, mit sehr viel Grünraum, hat Kollegin Schrödl ja ordentlich ausgeführt.

 

Zu den von Kollegen Mahdalik angeführten Straßenbahnlinien möchte ich der guten Ordnung halber schon sagen, dass das alles mit sehr großer Mehrheit zunächst in der Donaustädter Bezirksvertretung, dann im Wiener Verkehrskonzept, dann im Stadtentwicklungsplan für Wien und letztlich auch in vielen Diskussionen in der Stadtentwicklungskommission, im Arbeitskreis, eigentlich immer weiterverfolgt wurde und befürwortet wird. Daher sind auch diese Verkehrsbandwidmungen, vorgesehenen Straßenbreiten und Anlagen für Straßenbahnen in dieser Flächenwidmung und anderswo in diesem Bereich durchaus als legitim und in Ordnung zu befinden.

 

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