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Gemeinderat, 26. Sitzung vom 28.06.2017, Wörtliches Protokoll  -  Seite 100 von 108

 

ten Bereich, den wir auch, aber nicht nur zuletzt, aus diesem Grund ablehnen. (Aufregung bei GRin Mag. Barbara Huemer.) Ja, hören Sie mir zu. Der Verein versteht sich … Übrigens, Sie können sich nachher zu Wort melden, ja?

 

Der Verein versteht sich als Teil der sogenannten LGBTIQ-Community und setzt sich eben für umfassende Gleichstellung von eben genannten Personen ein. Das Beratungsspektrum reicht vom Coming-out hin bis zur Stärkung der sexuellen Identität, um dazu jetzt nur ein paar Beispiele zu nennen.

 

Wenn man sich jetzt die Homepage des Vereins anschaut, und das habe ich gemacht, glaubt man tatsächlich, und diese Homepage erweckt irgendwie den Eindruck, als gäbe es das biologische Geschlecht Mann und Frau nicht mehr. Man liest von folgenden Schwerpunkten, ich sage da jetzt nur ein paar, nämlich: Sexualitäten und Beziehungen, gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Regenbogenfamilien. (GR Mag. Rüdiger Maresch: So ist es!) Nicht unerwähnt lassen möchte ich aber in diesem Zusammenhang schon, weil das oft die Kritik Ihrerseits ist, dass wir genauso für Toleranz, für Offenheit und aber auch gegen Homophobie sind, weil das immer so dargestellt wird, als gäbe es diese Interessen bei uns Freiheitlichen nicht. Und dagegen verwehren wir uns schon vehement, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Bei uns Freiheitlichen gibt es aber etwas, was es bei Ihnen, nicht weitaus verwunderlich, und bedauerlicherweise bei der ÖVP mittlerweile auch schon sehr, sehr lange nicht mehr gibt. Sie erfüllen nämlich jegliche Zielvorgabe der Gender-Lobby, nämlich die Auflösung der biologischen Geschlechter und das Ganze ohne Wenn und Aber. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Was uns von Ihnen sehr deutlich unterscheidet, und Gott sei Dank unterscheidet, ist, dass wir Freiheitliche uns gegen die Abschaffung der Geschlechter aussprechen. (Heiterkeit bei den GRÜNEN.) Was ich in dem Akt schon erkennen kann, ist eine klare und eine wirklich eindeutige Bevorzugung von Geschlechtskonstruktionen. Es wird Ihrerseits alles nur mehr relativiert, und durch diesen Relativismus wird die christliche abendländische Kultur zur Gänze scheibchenweise abgeschafft. (Beifall bei der FPÖ. - Weitere Heiterkeit bei den GRÜNEN.)

 

Es gibt kein Wahres mehr, es gibt kein Gutes mehr und es gibt auch kein Schönes mehr. Es gibt ausschließlich nur noch künstlich geschaffene Konstrukte. (GR Mag. Rüdiger Maresch: Na Wahnsinn!) Werden Sie nicht so unruhig da drüben! Und man hat schon irgendwie den Eindruck, als gäbe es da irgendwie eine Art Doktrin, die folgendermaßen lautet: Wähle und inszeniere dein Geschlecht selbst, es ist nur ein soziales Konstrukt. Geschlecht darf nicht die innere Wahrheit der eigenen Identität sein. (Beifall bei der FPÖ. - GR Mag. Rüdiger Maresch: Peinlich! Ist ja wirklich peinlich! - Große Heiterkeit bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag. Gerald Ebinger (unterbrechend): Bitte ein bisschen Ruhe im Saal.

 

GRin Ricarda Reif (fortsetzend): Die Abkehr Linker, das habe ich vorhin schon einmal erwähnt, ist jetzt zwar nicht weiter verwunderlich. Aber von der ehemals bürgerlichen Partei, und dazu zähle ich die ÖVP, die Abkehr von der traditionellen Familie empfinde ich wahrlich als eine absolute Katastrophe, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.) Statt nämlich die traditionelle Familie, nämlich Mutter, Vater, Kind, zu fördern, wird immer mehr Steuergeld in die Umerziehung der Bürger hin zu geschlechtslosen Menschen gesteckt. (Beifall bei der FPÖ. - Aufregung bei GRin Birgit Hebein. - Weitere große Heiterkeit bei den GRÜNEN.)

 

Wir, die FPÖ, sagen als einzige Partei ganz klar und deutlich: Die Familie, nämlich Mutter, Vater, Kind, ist der einzige Garant für die Zukunft der Gesellschaft! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Laufend werden Ihrerseits Maßnahmen gesetzt, aber nicht nur hier im Gemeinderat, sondern auch im Bund und auf europäischer Ebene, die eben dieses Bewusstsein der Menschen in die von den sogenannten Gender-Ideologen gewünschte Richtung verändern soll. Letztlich verfolgt Gender nicht nur, aber auch folgendes Ziel, nämlich die Entstehung des menschlichen Lebens eben zu verhindern. (Aufregung bei GRin Mag. Barbara Huemer.) Und warum und wie? Nämlich durch die Förderung von Homosexualität, die Förderung von Verhütung und die Förderung von Abtreibung! Und wo dies gelingt, wird die Familie als Keimzelle gezielt zerstört und ausgelöscht. Sodala. (Beifall bei der FPÖ. - Aufregung bei den GRÜNEN.)

 

So, und jetzt lassen Sie mich zur ÖVP kommen, die ÖVP, die ja seit Kurzem behauptet, alles ist neu.

 

Vorsitzender GR Mag. Gerald Ebinger (unterbrechend): Bitte um Ruhe im Saal.

 

GRin Ricarda Reif (fortsetzend): Die neue Volkspartei, die neue ÖVP beansprucht, zumindest erweckt es so den Anschein, das Wahre, das Gute und das Schöne für sich alleine. Und umso bezeichnender ist es, dass die ÖVP bei all diesen Vereinen zustimmt und das sehr konsequent, muss man sagen. Ihre Kollegin Kugler, die sich ja bedauerlicherweise entschuldigen hat lassen, hat vorgestern am Montag eine Frage in den Raum gestellt, nämlich die Frage, was uns Europäer so ausmacht. Hätte sie mich gefragt, hätte sie uns Freiheitliche gefragt, wir würden ihr ganz klar eine Antwort darauf geben, nämlich: Uns Europäer macht die christlich-abendländische Kultur aus. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Umso verwunderlicher ist es für mich, dass Frau Kollegin Kugler die Antwort bei Kollegin El-Nagashi findet (Heiterkeit bei den GRÜNEN.), nämlich das Menschen- und Familienbild von Frau Kollegin El-Nagashi hat wahrlich bekanntlich nichts mit christlichen Werten zu tun. (GRin Mag. Faika El-Nagashi: Alles Gute, Wahre und Schöne!) Ich hätte jetzt gerne von Mutter zu Mutter mit dir gesprochen. Es ist schon sehr verwunderlich, nämlich geradezu erstaunlich und schade, dass Frau Kollegin Kugler sich die letzten Tage zu sehr vielen Themen als Rednerin gemeldet hat, aber gerade heute, wo sie da jetzt Flagge zeigen hätte können, meldet sie sich nicht zu Wort. Sie lässt sich entschuldigen, entzieht sich der Debatte, entzieht sich der Abstimmung, nicht nur jetzt, sondern zum wiederholten Male. (Beifall bei der FPÖ.)

 

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